DIGITALE LINKE
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Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau

Die „Frankfurter Rundschau“ öffnete heute ihre Seiten für einen Gastbeitrag von Christoph Waitz unter dem Titel „Der Mensch denkt, Google lenkt“. Darin wird Google als „Bedrohung für die Gesellschaft und für freies Wissen“ dargestellt. Waitz selbst, von 2005 bis 2009 Bundestagsabgeordneter und Sprecher der FDP-Fraktion für Kultur- und Medienpolitik, wird als Sprecher von ICOMP (Initiative für einen wettbewerbsfähigen Online-Markt) in Deutschland benannt.

Nicht mitgeteilt durch das Blatt allerdings wird, dass es sich bei ICOMP um eine von der PR-Agentur Burson-Marsteller betriebene und von Microsoft finanzierte Lobby-Organisation zur Förderung – so laut Eigenangaben – des Wettbewerbs im Bereich Online-Werbung und des Schutzes geistigen Eigentums zur Wahrung von Autoren- und Verlegerrechten handelt.

Auf der Website der Organisation werden Koch und Kellner klar benannt: „ICOMP finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und wird durch Microsoft gefördert. Burson-Marsteller fungiert als Sekretariat der Initiative.“ Dass die Initiative gezielt PR-Kampagnen gegen Google betreibt, war zuletzt auf Spreeblick anlässlich der im Mai aufgedeckten, von Burson-Marsteller im Auftrag von Facebook ausgeführten PR-Aktion gegen Google nachzulesen. Bereits zuvor hatte Matthias Spielkamp auf die Rolle von ICOMP und Burson-Marsteller zur Promotion des von den Presseverlegern geforderten Leistungsschutzrechtes hingewiesen.

Der „Frankfurter Rundschau“ aus dem Verlagshaus M. DuMont Schauberg  ist das keine Erwähnung wert.

9 Kommentare zu “Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau”

  1. [...] Das Blog “Digitale Linke” verweist auf einen Google-kritischen Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau, der von Christoph Waitz geschrieben wurde. Waitz ist Sprecher von ICOMP, einer von Microsoft mitfinanzierten Astroturf-Initiative, die von der PR-Agentur Burson-Marsteller gelenkt wird. Das steht aber nicht in dem Text. TeilenTwittern Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland und getagged astroturfing, Deutschland, google, icomp, Medien, microsoft. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: markus, Netzpolitik.org. « Remix: Freiheitsrechte sind Mode [...]

  2. gis sagt:

    Ja, Burson-Marsteller ist wohl für alles zu haben. Die waren es ja auch, die im Auftrag von Facebook schon gegen Google “gearbeitet” haben. Dazu auch: Burson-Marsteller’s former UK chairman says PR executives were ‘shadowy, backstreet spin merchants’ http://www.guardian.co.uk/technology/2011/may/13/facebook-google-pr-smear

  3. [...] war nicht von langer Dauer. Sie machen einfach weiter, diesmal in der Frankfurter Rundschau.» Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau » Der Mensch denkt, Google lenkt Zootool Das Zootool (unser Review) offeriert fortan auch [...]

  4. Bronski sagt:

    Stimmt, diese Information wäre wichtig gewesen. Ich habe veranlasst, dass sie nachgeliefert und in unsere Berichterstattung bei FR-online eingefügt wird. Auch in der Print-FR werden wir diese Info nachliefern. Ich möchte hinzufügen, dass die Verantwortlichen im Bilde waren, d.h. ICOMP hat keinerlei Information unterschlagen.
    Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Waitz’ Kritik diskutiert werden muss. Mit dem Schlagwort “PR-Kampagne” sind diese Einwände zu leichtfertig abgetan.

  5. Juergen Scheele sagt:

    @BRONSKI: Schön, dass die Rundschau das nachträgt, und vielen Dank für Ihr eigenes Engagement. Eine kritische Diskussion ist notwendig und erwünscht. Nur war eine solche mit Waitz’ Beitrag nicht gegeben und von dem Autor offenbar auch nicht intendiert – zu offenkundig und trivial waren der Spin und die Auslassungen in seinem Artikel.

    Waitz’ Erwiderung auf die Kritik – unter: http://www.i-comp.org/blog-de/?p=287 – allerdings bestärkt mich in der Auffassung von Lobbyismus und Anti-Google-PR. Hierzu müssen Sie nur sein dortiges „Bonn“-Beispiel via Eingabe in die Suchmaschine Google eigenhändig nachvollziehen. Haben Sie danach noch kein Aha-Erlebnis über nur „noch drei ‚echte’ Suchergebnisse zu Bonn“ auf der ersten Seite, so wiederholen Sie dieselbe Eingabe in Microsofts Suchmaschine Bing und achten auf die ersten drei Werbeeinblendungen [jeweils Algorithmus-Stand heute!].

    Nein, in dieser Form kann keine kritische Diskussion geführt werden und droht gelenkte Information. Doch liegt es im Ermessen der FR, auch andere Stimmen zu Wort kommen zu lassen und tatsächliche Einwände nicht leichtfertig abzutun. Dazu Glückauf!

  6. [...] recht harmlos: Er bezog sich auf unseren gestrigen Kommentar zum jüngsten, von ICOMP verfassten Anti-Google-Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau und wollte primär darauf hinweisen, dass zwischen dem peinlichen Vorfall in den USA und der [...]

  7. [...] & GOOGLE Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau: "Die „Frankfurter Rundschau“ öffnete heute ihre Seiten für einen Gastbeitrag [...]

  8. [...] 5 August 2011, 9:45 | Category : Aus dem Web gefischt Tags : Links | Teilen   Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau « DIGITALE LINKE – delicious.com 08/02/2011 Peinlich, peinlich für die Frankfurter Rundschau… [...]

  9. [...] ● Gastbeitrag: Der Mensch denkt, Google lenkt ● Mangelnde Transparenz: Der Lobbyismus der Internetgiganten ● Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau [...]

 

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