{"id":1193,"date":"2010-01-23T12:46:02","date_gmt":"2010-01-23T11:46:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1193"},"modified":"2010-07-16T18:53:56","modified_gmt":"2010-07-16T16:53:56","slug":"erpresste-wahrheit-wie-springers-welt-uber-springers-interessen-berichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/erpresste-wahrheit-wie-springers-welt-uber-springers-interessen-berichtet\/","title":{"rendered":"Erpresste Wahrheit: Wie Springers Welt \u00fcber Springers Interessen berichtet"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch abend fand in den R\u00e4umen der Berliner Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung die Veranstaltung\u00a0<a href=\"http:\/\/www.boell.de\/calendar\/VA-viewevt-de.aspx?evtid=7420\" target=\"_blank\">\u201eGottes Werk und Googles Beitrag\u201c<\/a> statt. Thema war das von den Zeitungsverlegern \u2013 insonderheit der Axel Springer AG \u2013 geforderte Leistungsschutzrecht f\u00fcr Verlage. Dar\u00fcber berichtete gestern Springer-Redakteur Ulrich Clauss in der \u201eWelt\u201c unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/kultur\/article5938632\/Die-Kostenlos-Kultur-des-Internets-kann-teuer-kommen.html\" target=\"_blank\">\u201eDie Kostenlos-Kultur des Internets kann teuer kommen\u201c<\/a>.<!--more--><\/p>\n<p>In seinem Beitrag behauptet er:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eGestritten wird vor allem um die Vorleistungen der Verlage, die es dem Weltmarktf\u00fchrer und Quasi-Monopolisten Google \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichen, mit seiner Suchmaschine exorbitante Anzeigenums\u00e4tze zu generieren. 20 Milliarden Euro sind das pro Jahr allein in der Bundesrepublik Deutschland &#8211; dagegen bringen es die deutschen Zeitungsverlage auf gerade einmal 160 Millionen Euro Anzeigenumsatz im gleichen Zeitraum.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Daran ist zweierlei falsch: Erstens sind es nicht <em>vor allem<\/em> die Vorleistungen der Verlage, die es Google <em>\u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichen<\/em>, mit einer Suchmaschine <em>exorbitante Anzeigenums\u00e4tze zu generieren.<\/em> Die Nachrichtensuche bildet nur einen geringen Teil gemessen am gesamten Suchaufkommen von Google. Zudem ist Google News in Deutschland werbefrei.<\/p>\n<p>Zweitens hatte Christoph Keese, Konzerngesch\u00e4ftsf\u00fchrer Public Affairs der Axel Springer AG, auf der Veranstaltung den Vergleich der Anzeigenums\u00e4tze gezogen. Er sprach aber nicht von 20 Milliarden, sondern von 2 Milliarden Euro. Die Frage, welcher Anteil von diesen 2 Milliarden auf die Nachrichtensuche von Google entfalle, konnte er nicht beantworten.<\/p>\n<p>Qualit\u00e4tsjournalistische Ma\u00dfst\u00e4be setzend sind auch Clauss\u2019 einleitende Worte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSo langsam d\u00e4mmert es auch dem Gelegenheitsautor, dass die Kostenlos-Kultur des Internets sehr wohl ihren Preis hat &#8211; mitunter bel\u00e4uft sich dieser n\u00e4mlich auf genau die H\u00f6he seines &#8211; nicht gezahlten &#8211; Honorars.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das hat auf der Veranstaltung nun niemand behauptet. Es ist ganz offenkundig erpre\u00dfte Wahrheit. Zudem eine mit eigent\u00fcmlicher Logik: Denn entweder will uns der Autor sagen, der Preis eines kostenlosen Kulturguts im Netz ist gleich Null. Dann ist die Aussage trivial. Oder aber er teilt uns mit, die Differenz aus m\u00f6glichen Ertr\u00e4gen und tats\u00e4chlich erzielten Ertr\u00e4gen der Verleger ist gleich dem f\u00fcr die Online-Nutzung nicht gezahlten Autorenhonorar. Dann w\u00e4re ein den Verlagen zukommendes Leistungsschutzrecht unsinnig. Zudem w\u00e4re die Forderung selbst \u00f6konomisch irrational. Denn: <em>Mitunter<\/em> m\u00fc\u00dften die Verleger die Ertr\u00e4ge aus Leistungsschutzrechten als Grenzkosten f\u00fcr die zus\u00e4tzliche, kostenfreie Nutzung ihres Produktes im Netz vollst\u00e4ndig an die Autoren weiterreichen.<\/p>\n<p><em>Eine Dokumentation der Veranstaltung findet sich bei <a href=\"http:\/\/carta.info\/21539\/carta-livestream-der-diskussion-gottes-werk-und-googles-beitrag\/\" target=\"_blank\">Carta<\/a>.<\/em><\/p>\n<div id=\"tweetbutton1193\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Ferpresste-wahrheit-wie-springers-welt-uber-springers-interessen-berichtet%2F&amp;text=Erpresste%20Wahrheit%3A%20Wie%20Springers%20Welt%20%C3%BCber%20Springers%20Interessen%20berichtet&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Ferpresste-wahrheit-wie-springers-welt-uber-springers-interessen-berichtet%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch abend fand in den R\u00e4umen der Berliner Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung die Veranstaltung\u00a0\u201eGottes Werk und Googles Beitrag\u201c statt. Thema war das von den Zeitungsverlegern \u2013 insonderheit der Axel Springer AG \u2013 geforderte Leistungsschutzrecht f\u00fcr Verlage. Dar\u00fcber berichtete gestern Springer-Redakteur Ulrich Clauss in der \u201eWelt\u201c unter dem Titel \u201eDie Kostenlos-Kultur des Internets kann teuer kommen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,66,78],"tags":[95,161,82],"class_list":["post-1193","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-presse","category-urheberrecht","category-werbung","tag-google","tag-leistungsschutzrecht","tag-urheberecht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1193"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1193\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2110,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1193\/revisions\/2110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}