{"id":1260,"date":"2010-02-04T13:09:15","date_gmt":"2010-02-04T12:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1260"},"modified":"2010-07-16T18:53:13","modified_gmt":"2010-07-16T16:53:13","slug":"deutsche-digitale-bibliothek-und-drm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/deutsche-digitale-bibliothek-und-drm\/","title":{"rendered":"Deutsche Digitale Bibliothek und DRM"},"content":{"rendered":"<p>Dass die zu errichtende Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) m\u00f6glicherweise an klammen L\u00e4nderhaushalten scheitert, haben wir bereits <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/deutsche-digitale-bibliothek-nur-eine-leere-hulle\/\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>.\u00a0Die Zusammenfassung der Anforderungsanalyse (<a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/DDB_Anforderungsanalyse_Teil-1-2010-01-20_Version_0_9-final-2.pdf\">pdf<\/a>), erstellt durch das\u00a0federf\u00fchrende Institut f\u00fcr Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) der Fraunhofer Gesellschaft, zeigt nun deutlicher, wohin die Reise mit dem Konkurrenzprojekt\u00a0zur GoogleBookSearch gehen soll. Diese wurde letzte Woche auf einer Expertentagung diskutiert.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Besonders im Umgang mit den urheberrechtlichen Fallstricken des Projekts sind interessante Konstruktionen geplant. Wie\u00a0von uns bereits vermutet, soll das\u00a0rechtlich und \u00f6konomisch\u00a0<a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/googlebooksettlement-jetzt-auch-in-deutschland\/\" target=\"_blank\">fragw\u00fcrdige<\/a>\u00a0Entsch\u00e4digungsmodell der VG Wort\u00a0Anwendung f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit der als verwaist geltenden Werke finden. Sollte eine &#8222;sorgf\u00e4ltige Suche&#8220; nach dem Rechtsinhaber erfolglos bleiben, gelte das Werk als verwaist. In diesem Falle k\u00f6nne von der Bibliothek gegen eine Schutzgeb\u00fchr an die VG Wort eine Nutzungslizenz erworben werden. Falls sich ein Rechtsinhaber meldet, wird diese Geb\u00fchr an ihn ausgezahlt. Falls nicht, wird sie der Aussch\u00fcttung der VG Wort zugef\u00fchrt.\u00a0Aktuell werde in der Regierung gepr\u00fcft, ob Regelungsbedarf zum Umgang mit verwaisten\u00a0Werken bestehe.<\/p>\n<blockquote><p><em>Das vorstehende Verfahren soll &#8211; sofern es nicht bei der Novellierung des Urheberrechts [&#8230;] verworfen wird &#8211; im Rahmen des Rechte-Managements\u00a0 generell (z.B. auch bei der VG Bild) zur Anwendung kommen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Rahmen einer Novellierung des Urheberrechtes (&#8222;dritter Korb&#8220;) solle &#8222;dieses Verfahren (oder eine andere ad\u00e4quate L\u00f6sung) rechtlich abgedeckt werden.&#8220; Es solle, so der Text, eine zweifelsfreie Rechtsgrundlage auch f\u00fcr die kommerzielle Nutzung der Daten der DDB geschaffen werden &#8211; beispielsweise durch ein spezielles Leistungsschutzrecht. Keinesfalls solle erlaubt werden, dass\u00a0aus dem\u00a0eContent &#8222;ohne Gegenleistung kommerzieller Nutzen gezogen wird.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr urheberrechtlich gesch\u00fctzte Werke sollen die Bibliotheken in der Verantwortung stehen,\u00a0Lizenzgeb\u00fchren aufzubringen und die Einwilligung der Rechteinhaber zur\u00a0digitalen Verwertung der Werke zu dokumentieren. Jedem digitalen Objekt soll ein &#8222;Rechte-Metadatensatz&#8220; beigef\u00fcgt werden, aus dem die rechtlichen Verwertungsbedingungen eindeutig\u00a0hervorgehen.<\/p>\n<p>Die nichtkommerzielle\u00a0Nutzung der DDB soll grunds\u00e4tzlich kostenfrei sein, urheberrechtlich gesch\u00fctzte Werke im Rahmen\u00a0von\u00a0Lizenzerwerb durch die Bibliotheken\u00a0ebenfalls kostenfrei f\u00fcr den Endnutzer angeboten werden. Interessant sind die offensiv\u00a0angepriesenen M\u00f6glichkeiten zur Beteiligung von\u00a0&#8222;Sponsoren, M\u00e4zenen und privaten Spendern&#8220;\u00a0an dem Projekt. Die Erschlie\u00dfung des kulturellen Erbes solle &#8222;zu einem \u00f6ffentlichen Anliegen gemacht werden.&#8220; Ein solches &#8222;Jahrhundertwerk&#8220; erfordere gemeinsame Anstrengungen von Staat, B\u00fcrgern und Unternehmen.<\/p>\n<blockquote><p><em>Als Vorbild f\u00fcr eine entsprechendes Engagement kann der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden dienen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Von regionalen, nationalen und europ\u00e4ischen Identit\u00e4ten ist die Rede. Das globale Verst\u00e4ndnis des Netzes fehlt.\u00a0\u00a0Interessenkonflikte mit privaten, wom\u00f6glich amerikanischen\u00a0Partnern, wie sie Frankreichs Regierung beim Einstieg von Google in die Digitalisierungsoffensive ausfechten muss, sollen der DDB erspart bleiben.<\/p>\n<blockquote><p><em>Soweit Private die Digitalisierung finanzieren, ist jedoch (neben der Wahrung von Urheberrechten) entscheidend, dass diesen kommerzielle Nutzungsrechte an dem (teilweise \u00fcber Jahrhunderte\/Jahrtausende gewachsenen) kulturellen Erbe auch in digitaler Form ausnahmslos nur f\u00fcr eine bestimmten Zweck und eine befristeten Zeitraum (nicht f\u00fcr &#8222;alle Ewigkeit&#8220;) einger\u00e4umt werden.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a0Die \u00f6ffentliche Hand werde auch bei einem gro\u00dfvolumigen Einstieg privater Partner ihr finanzielles Engagement nicht zur\u00fcckfahren.\u00a0Das stimmt kaum tr\u00f6stlich, sind die Beitr\u00e4ge doch auch bisher schon niedrig. Es werden wohl\u00a0weniger private\u00a0Finanzierungsanteile als vielmehr krisen- und politikbedingte Steuermindereinnahmen\u00a0die L\u00e4nder zum Sparen in Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zwingen. DIE LINKE hat f\u00fcr den Haushalt 2010 ein Sonderprogramm zur Digitalisierung des Kulturerbes im Umfang von 30 Millionen Euro <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/Epl-04-68532-DDB-neu.pdf\">beantragt<\/a>. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Regierungsfraktionen im Ausschuss f\u00fcr Kultur und Medien abgelehnt. SPD und Gr\u00fcne enthielten sich der Stimme.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton1260\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdeutsche-digitale-bibliothek-und-drm%2F&amp;text=Deutsche%20Digitale%20Bibliothek%20und%20DRM&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdeutsche-digitale-bibliothek-und-drm%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die zu errichtende Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) m\u00f6glicherweise an klammen L\u00e4nderhaushalten scheitert, haben wir bereits berichtet.\u00a0Die Zusammenfassung der Anforderungsanalyse (pdf), erstellt durch das\u00a0federf\u00fchrende Institut f\u00fcr Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) der Fraunhofer Gesellschaft, zeigt nun deutlicher, wohin die Reise mit dem Konkurrenzprojekt\u00a0zur GoogleBookSearch gehen soll. 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