{"id":1342,"date":"2010-02-24T12:08:27","date_gmt":"2010-02-24T11:08:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1342"},"modified":"2010-02-24T14:59:19","modified_gmt":"2010-02-24T13:59:19","slug":"island-vom-bankenparadies-zum-journalistenparadies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/island-vom-bankenparadies-zum-journalistenparadies\/","title":{"rendered":"Island: Vom Bankenparadies zum Journalistenparadies"},"content":{"rendered":"<p>Die Landung war hart nach all den Jahren der Euphorie. Jahrelang hatte Island von seinen Banken profitiert. Doch die Finanzkrise legte die Luftbuchungen offen. Die Regierung hatte sich verspekuliert, der Zeit der Gewinne folgten weitaus h\u00f6here Verluste. Das Land stand am Rande des Ruins. Nun soll das helfen, was daf\u00fcr h\u00e4tte sorgen k\u00f6nnen, das man erst gar nicht in die Spekulationsspirale eingestiegen bzw. rechtzeitig ausgestiegen w\u00e4re: Pressefreiheit.<!--more--><\/p>\n<p>Entstanden ist die Idee zum &#8222;Journalistenparadies&#8220; auf einem Kongress in Reykjavik. Julian Assange, einer der Wikileaks-Gr\u00fcnder, sprach als erster davon, das Modell von Steuerparadiesen wie den Kaiman-Inseln nachzubauen und auf Informationen anzuwenden.<\/p>\n<p>Die <em>Icelandic Modern Media Initiatve<\/em> (IMMI) ist eine Gruppe von Politikern, Journalisten und Netzaktivisten, zu denen auch die Macher der Enth\u00fcllungsseite Wikileaks geh\u00f6ren. Sie haben einen Antrag erarbeitet und in das Parlament eingebracht, mit dem Island zu einem \u201eDatenfreihafen\u201c gemacht werden kann. Die Regierung soll die besten Gesetze zum Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit aus anderen L\u00e4ndern in einem neuen Gesetz zusammenzufassen. Der Zugang jedes B\u00fcrgers zu Dokumenten und Informationen von \u00c4mtern und Beh\u00f6rden soll mit einem Informationsfreiheitsgesetz, wie es Estland, Schottland und Norwegen haben, garantiert werden. Informanten sollen wie in den USA gesetzlich abgesichert und gesch\u00fctzt werden. Journalisten sollen ihre Quellen bedingungslos sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Zudem soll die Zensur weitestm\u00f6glich eingeschr\u00e4nkt werden. So dass zum Beispiel auch Internet-Provider von der Verantwortung f\u00fcr die \u00fcber ihre Netze verbreiteten Informationen befreit sind.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Isl\u00e4nder sollen dieses Freiheiten und Rechte nutzen d\u00fcrfen. Auch ausl\u00e4ndische Medienunternehmen sollen all dies nutzen k\u00f6nnen, wenn sie ein B\u00fcro auf Island er\u00f6ffnen bzw. dort ihre Server zu stehen haben. Die Initiative verweist darauf, dass die<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWikileaks-Aktivisten bislang keinen einzigen Rechtsstreit verloren haben, weil sie sich auf die Gesetze der L\u00e4nder berufen, durch die sie ihre Daten leiten\u201c,<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2010\/0224\/medien\/0013\/index.html\">so Patrick Beuth<\/a> in der <em>Berliner Zeitung<\/em>.<\/p>\n<p>Die Initiative wird diese Woche erstmals im Parlament beraten. Der Vorschlag w\u00fcrde schon jetzt von 19 der 63 Abgeordneten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton1342\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fisland-vom-bankenparadies-zum-journalistenparadies%2F&amp;text=Island%3A%20Vom%20Bankenparadies%20zum%20Journalistenparadies&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fisland-vom-bankenparadies-zum-journalistenparadies%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landung war hart nach all den Jahren der Euphorie. Jahrelang hatte Island von seinen Banken profitiert. 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