{"id":1544,"date":"2010-03-26T11:17:37","date_gmt":"2010-03-26T10:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1544"},"modified":"2010-03-26T21:27:43","modified_gmt":"2010-03-26T20:27:43","slug":"generieren-kostenlose-e-books-hohere-verkaufszahlen-in-der-print-ausgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/generieren-kostenlose-e-books-hohere-verkaufszahlen-in-der-print-ausgabe\/","title":{"rendered":"Generieren kostenlose E-Books h\u00f6here Verkaufszahlen in der Print-Ausgabe?"},"content":{"rendered":"<p>Christian Sprang, Justiziar des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels und in seiner Freizeit Sammler von <a href=\"http:\/\/www.vru-berlin.de\/2010\/03\/aus-die-maus\/\" target=\"_blank\">Todesanzeigen<\/a>, hat sich am Mittwoch auf der Konferenz\u00a0<a href=\"http:\/\/www.eco.de\/arbeitskreise\/2616_7378.htm\" target=\"_blank\">\u201eInternet \u2013 (k)ein rechtsfreier Raum?\u201c<\/a> im Bundesjustizministerium erneut als Anwalt f\u00fcr \u2013 so Sprang w\u00f6rtlich \u2013 \u201eLaw &amp; Order\u201c ausgewiesen und einmal mehr Netzsperren im Falle von Urheberrechtsverletzungen im Internet gefordert. Zeit also, an dieser Stelle das Verh\u00e4ltnis von vermeintlicher Kostenlosmentalit\u00e4t im Netz und neuen Gesch\u00e4ftsmodellen des Buchhandels in den Blick zu nehmen und auf ein erstes Forschungsergebnis zu verweisen.<\/p>\n<p>In der j\u00fcngsten Ausgabe von \u201eThe Journal of Electronic Publishing\u201c (Vol. 13, No. 1, Winter 2010) ist dazu eine interessante Studie von John Hilton und David Wiley erschienen \u2013 beide\u00a0<a href=\"http:\/\/www.byu.edu\/\" target=\"_blank\">Brigham Young University<\/a>, Fakult\u00e4t f\u00fcr Instructional Psychology and Technology. Sie tr\u00e4gt den Titel <a href=\"http:\/\/quod.lib.umich.edu\/cgi\/t\/text\/text-idx?c=jep;cc=jep;view=text;rgn=main;idno=3336451.0013.101\" target=\"_blank\">\u201eThe Short-Term Influence of Free Digital Versions of Books on Print Sales\u201c<\/a> und weist eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Korrelation&amp;oldid=69640443\" target=\"_blank\">Korrelation<\/a> zwischen kostenlosen E-Books und h\u00f6heren Ertr\u00e4gen in Form der verkauften Print-Ausgabe nach.<!--more--><\/p>\n<p>Untersucht wurden 41 Neuerscheinungen, die in gedruckter Form bis zu acht Wochen vor ihrer Bereitstellung als kostenloses E-Book auf den Markt kamen. Differenziert in vier Gruppen waren das im einzelnen 7 Titel aus dem Bereich Nonfiction, 5 aus dem Bereich Fiction, 5 des Verlags Random House und 24 des Verlags Tor Books. In allen Gruppen gab es nach Titeln positive wie negative Nettodifferenzen. Hier das Ergebnis nach Gesamtzahlen:<\/p>\n<table border=\"1\" cellpadding=\"0\" width=\"472\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"61\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"142\">Books sales 8 weeks before free digital release<\/td>\n<td width=\"130\">Books sales 8 weeks following free digital release<\/td>\n<td width=\"129\">Net difference (post sales\u2013pre sales)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Sales of Nonfiction Titles<\/p>\n<table border=\"1\" cellpadding=\"0\" width=\"472\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"61\">Total<\/td>\n<td width=\"142\">639<\/td>\n<td width=\"130\">662<\/td>\n<td width=\"129\">34<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Sales of Fiction Titles<\/p>\n<table border=\"1\" cellpadding=\"0\" width=\"472\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"61\">Total<\/td>\n<td width=\"142\">513<\/td>\n<td width=\"130\">646<\/td>\n<td width=\"129\">133<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Sales of Random House Titles<\/p>\n<table border=\"1\" cellpadding=\"0\" width=\"472\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"61\">Total<\/td>\n<td width=\"142\">4949<\/td>\n<td width=\"130\">5407<\/td>\n<td width=\"129\">458<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Sales of Tor Titles<\/p>\n<table border=\"1\" cellpadding=\"0\" width=\"472\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"61\">Total<\/td>\n<td width=\"142\">21,824<\/td>\n<td width=\"130\">16,556<\/td>\n<td width=\"129\">\u20135,268<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>W\u00e4hrend in den ersten drei Gruppen eine positive Korrelation nachgewiesen werden konnte, fiel diese im Falle von Tor Books negativ aus. Nur 4 von 24 Titeln wiesen hier eine positive Nettodifferenz aus. Einen Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sehen die Autoren in dem spezifischen Modell von Tor, kostenlose E-Books bereitzustellen \u2013 n\u00e4mlich nach Registrierung und nur f\u00fcr eine Woche. Darin unterschieden sich die Tor-Titel fundamental von allen anderen Titeln.<\/p>\n<p>Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ergebnisse ihrer Studie mit Umsicht zu betrachten sind. Generalisierende Aussagen seien auf Basis der zugrundeliegenden Zahlen ebenso wenig zu treffen, wie aus den Resultaten unmittelbare Kausalbeziehungen abgeleitet werden k\u00f6nnten. Dazu m\u00fcssten in einer zuk\u00fcnftigen Untersuchung Faktoren einbezogen werden, die das Timning der kostenfreien E-Book-Ver\u00f6ffentlichung ins Verh\u00e4ltnis zu abgeleiteten Werbe- und Absatzzielen setzten, die das damit gewonnene Ma\u00df an Aufmerksamkeit jeweils in Relation zu Titel, Autor und Genre betrachteten sowie die generellen Unterschiede in Auflagenh\u00f6he und digitaler Verbreitung nach Inhalten in einem sich gegenw\u00e4rtig rasch ver\u00e4ndernden E-Book-Markt analysierten.<\/p>\n<p>Diese pragmatische Selbstzur\u00fccknahme im Forschungsergebnis gereicht den Autoren keineswegs zum Nachteil. Zu konstatieren ist: W\u00e4hrend in Deutschland der allgegenw\u00e4rtige B\u00f6rsenverein noch \u00fcber rechtspolitische Konditionen des Buchhandels im Digitalzeitalter lamentiert, ist man in den USA offenbar schon weiter. Dort stellt man sich neuen Herausforderungen in den Gesch\u00e4ftsmodellen bereits auf Forschungsebene.<\/p>\n<p>PS: Zu <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Todestrieb&amp;oldid=70241267\" target=\"_blank\">Thanatos<\/a> als schlechtem Berater f\u00fcr die Zukunft des Buchhandels siehe <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/einsturzende-altbauten-zur-urheberrechtsdebatte-im-deutschen-buchhandel\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton1544\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgenerieren-kostenlose-e-books-hohere-verkaufszahlen-in-der-print-ausgabe%2F&amp;text=Generieren%20kostenlose%20E-Books%20h%C3%B6here%20Verkaufszahlen%20in%20der%20Print-Ausgabe%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgenerieren-kostenlose-e-books-hohere-verkaufszahlen-in-der-print-ausgabe%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Sprang, Justiziar des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels und in seiner Freizeit Sammler von Todesanzeigen, hat sich am Mittwoch auf der Konferenz\u00a0\u201eInternet \u2013 (k)ein rechtsfreier Raum?\u201c im Bundesjustizministerium erneut als Anwalt f\u00fcr \u2013 so Sprang w\u00f6rtlich \u2013 \u201eLaw &amp; Order\u201c ausgewiesen und einmal mehr Netzsperren im Falle von Urheberrechtsverletzungen im Internet gefordert. 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