{"id":1705,"date":"2010-04-27T17:28:33","date_gmt":"2010-04-27T16:28:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1705"},"modified":"2010-10-09T20:10:04","modified_gmt":"2010-10-09T18:10:04","slug":"lebensmittelkontollore-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/lebensmittelkontollore-im-internet\/","title":{"rendered":"Lebensmittelkontoll\u00f6re im Internet"},"content":{"rendered":"<p>Bereits letzte Woche hatte Bundesinnenminister Thomas de Mazi\u00e8re im <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/videochatdemaiziere100.html\" target=\"_blank\">Videochat<\/a> von tagesschau.de (ab Minute 25) f\u00fcr \u201eL\u00f6schen und Sperren\u201c pl\u00e4diert und damit die im <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/koalitionsvertrag-vom-uneingelosten-freiheitsanspruch-des-internet\/\" target=\"_self\">Koalitionsvertrag<\/a> vereinbarte Position \u201eL\u00f6schen statt Sperren\u201c ad acta gelegt. Heute hat de Mazi\u00e8re in einem Interview mit der Taz \u2013 Titel <a href=\"http:\/\/taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/keine-no-go-area-im-internet\/ \" target=\"_blank\">&#8222;Keine No-go-Area im Internet&#8220;<\/a> \u2013 noch einmal nachgelegt:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Bei den Internetsperren gegen Kinderpornografie wenden Sie ein Gesetz nicht an, das Sie als Kanzleramtsminister selbst auf den Weg gebracht haben.<!--more-->\u00a0Warum? <\/strong><\/p>\n<p>Wir wenden es nur in einer bestimmten Weise an, weil wir bei den Koalitionsverhandlungen eine entsprechende Vereinbarung getroffen haben.<\/p>\n<p><strong>Anstatt Internetseiten zu sperren, soll nun erst mal versucht werden, Kinderpornos im Netz l\u00f6schen zu lassen. Sie halten Sperren aber nach wie vor f\u00fcr richtig?<\/strong><\/p>\n<p>Schauen Sie doch mal, wie viele L\u00e4nder die Sperren praktizieren, auch solche mit einer langen liberalen Tradition wie in Skandinavien. Die \u00f6ffentlich diskutierte angebliche Alternative zwischen L\u00f6schen und Sperren von kinderpornografischen Seiten gibt es im Grunde gar nicht. Beides muss m\u00f6glich sein. Beides wirkt nicht absolut. Insofern wollen und m\u00fcssen wir noch nachbessern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Evaluierung der L\u00f6schma\u00dfnahmen spielt demnach schon jetzt in der Disposition des Innenministers keine Rolle mehr \u2013 gel\u00f6scht und gesperrt werden soll um jeden Preis. Damit reiht er sich in die Riege aus CDU\/CSU-Innenpolitikern ein, die die neue Sperrinitiative Cecilia Malmstr\u00f6ms auf EU-Ebene dankbar aufgriffen. (Siehe unsere Berichte zu den Forderungen von\u00a0CDU-Fraktionsvize <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/cdu-fraktionsvize-und-urheberrechts-hardliner-krings-fur-neues-internet-sperrgesetz\/\" target=\"_self\">G\u00fcnter Krings<\/a>, CSU-Generalsekret\u00e4r <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/csu-generalsekretar-und-kinderschutzbund-ebenfalls-fur-neues-internet-sperrgesetz\/\" target=\"_self\">Alexander Dobrindt<\/a>, CSU-Innenminister <a href=\" http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/und-noch-einer-%e2%80%93-bayerischer-innenminister-fordert-loschen-und-sperren\/\" target=\"_self\">Joachim Herrmann<\/a> und CSU-Innenexperte <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/netzsperren-die-csu-legt-nach\/\" target=\"_self\">Hans-Peter Uhl<\/a>.)<\/p>\n<p>Damit reagiert er aber auch auf den Entwurf eines \u201eGesetzes zur F\u00f6rderung der L\u00f6schung kinderpornografischer Inhalte\u201c aus dem Justizministerium, der am Wochenende von der <a href=\"http:\/\/www.neue-oz.de\/information\/noz_print\/nordwest\/pornosperre.html\" target=\"_blank\">Osnabr\u00fccker Zeitung<\/a> publik gemacht wurde. Mit diesem plant Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nicht nur eine \u201ekonsequente und effiziente L\u00f6schungsstrategie\u201c zu verfolgen, sondern zugleich das Zugangserschwerungsgesetz au\u00dfer Kraft zu setzen. Das w\u00e4re \u2013 wie die Osnabr\u00fccker Zeitung schreibt \u2013 \u201edas endg\u00fcltige Aus f\u00fcr Internet-Sperren in Deutschland\u201c.<\/p>\n<p>Thomas de Mazi\u00e8re aber vertritt ein staatsh\u00f6riges Paradigma. Er ist der Meinung, was Lebensmittelkontrolleure im Supermarkt tun, muss auch im Netz m\u00f6glich sein. Um das gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis zwischen Netzgemeinde und Staat zu heilen, sei &#8222;neues Vertrauen&#8220; erforderlich, an dem\u00a0er arbeite. Kurz: Der <a href=\"http:\/\/www.e-konsultation.de\/netzpolitik\/\" target=\"_blank\">Netzpolitische Dialog<\/a> des Innenministers erweist sich als Monolog.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton1705\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Flebensmittelkontollore-im-internet%2F&amp;text=Lebensmittelkontoll%C3%B6re%20im%20Internet&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Flebensmittelkontollore-im-internet%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits letzte Woche hatte Bundesinnenminister Thomas de Mazi\u00e8re im Videochat von tagesschau.de (ab Minute 25) f\u00fcr \u201eL\u00f6schen und Sperren\u201c pl\u00e4diert und damit die im Koalitionsvertrag vereinbarte Position \u201eL\u00f6schen statt Sperren\u201c ad acta gelegt. 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