{"id":1719,"date":"2010-04-29T10:57:50","date_gmt":"2010-04-29T09:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=1719"},"modified":"2010-04-29T10:57:50","modified_gmt":"2010-04-29T09:57:50","slug":"raubkopien-massenarbeitslosigkeit-dank-pirate-bay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/raubkopien-massenarbeitslosigkeit-dank-pirate-bay\/","title":{"rendered":"Raubkopien: Massenarbeitslosigkeit dank Pirate-Bay?"},"content":{"rendered":"<p>Gestern machte die Lobbygruppe Bundesverband Musikindustrie die Studie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.musikindustrie.de\/aktuell_einzel\/back\/84\/news\/tera-studie-zuwirtschaftlichen-folgen-von-raubkopien-jetzt-in-deutscher-version-zum-download\/\" target=\"_blank\">\u201eAufbau einer digitalen Wirtschaft: Die Bedeutung der Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen in der Kreativwirtschaft der europ\u00e4ischen Union\u201c<\/a><em> <\/em>zug\u00e4nglich, die zu alarmierenden Ergebnissen gekommen sein will: Das Pariser Consulting Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.teraconsultants.com\/en\/Home.html\" target=\"_blank\">TERA<\/a> hat \u201eerrechnet\u201c, dass die gesch\u00e4tzten 10 Mrd. Umsatzeinbu\u00dfen, die im Jahr 2008 von digitalen Raubkopien verursacht worden w\u00e4ren, bei gesch\u00e4tzter durchschnittlicher Besch\u00e4ftigtenproduktivit\u00e4t von 169.000\u20ac EU-weit 186.400 Entlassungen bedeute (S.6).<\/p>\n<p>Wer einen Taschenrechner zur Hand hat, m\u00f6ge diese Milchm\u00e4dchenrechnung einmal \u00fcberpr\u00fcfen: Einbu\u00dfen geteilt durch Produktivit\u00e4t = Vermeintliche Entlassungen auf Grund von Urheberrechtsverletzungen (S. 84).<!--more--><\/p>\n<p>10.000.000.000 : 169.000 = 59.171.<\/p>\n<p>186.400 sind das nicht.<\/p>\n<p>Warum nun die Ergebnisse offensichtlich nicht stimmen, m\u00fcsste mal gefragt werden. Leider finden sich in der Studie keine Daten zu tats\u00e4chlich entlassenen Kreativschaffenden, keine Angaben, ob und in wie weit die Arbeitgeber die get\u00e4tigten Entlassungen mit Piraterie erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, rein gar nichts:<\/p>\n<p>\u201eDie vorliegende Untersuchung macht keine quantitativen Angaben zu den unmittelbaren Sch\u00e4den und Verlusten, von denen die gesamte Kreativwirtschaft betroffen ist.\u201c (S.7) Und dann stimmt nicht einmal die primitive und methodisch vollkommen haneb\u00fcchene Berechnung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Freunde der empirischen Forschung sei noch kurz auf die \u201eKorrelation\u201c von Seite 80 verwiesen, die eigentlich eine Regression ist und mit unschlagbar geringen Fallzahlen (3) zu angeblich signifikanten Ergebnissen gekommen sein soll. Es gebe einen statistischen Zusammenhang zwischen illegal kopierter Musik und Filmen. Das mag intuitiv nachvollziehbar sein, aber eine Studie, die nicht einmal wei\u00df, was sie da gerade auf Grundlage massiver handwerklicher Fehler berechnet hat, um aus diesen \u201eErgebnissen\u201c dann weitere \u201ebelastbare Sch\u00e4tzungen\u201c abzuleiten, ist ihr Papier nicht wert.<\/p>\n<p>Statt Gelder f\u00fcr derlei offenkundigen Unsinn zu verpulvern, um das Schreckgespenst massiven Arbeitsplatzabbaus in Zusammenhang mit Copy-Right-Verletzungen an die Wand zu malen, sollten sich die Verb\u00e4nde vielleicht doch einmal mit der Zukunft besch\u00e4ftigen. Die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung hat j\u00fcngst einen lesenswerten <a href=\"http:\/\/www.boell.de\/downloads\/2010-04-copy_right_now_zukunft_urheberecht.pdf\" target=\"_blank\">Aufschlag<\/a> gespielt.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton1719\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fraubkopien-massenarbeitslosigkeit-dank-pirate-bay%2F&amp;text=Raubkopien%3A%20Massenarbeitslosigkeit%20dank%20Pirate-Bay%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fraubkopien-massenarbeitslosigkeit-dank-pirate-bay%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern machte die Lobbygruppe Bundesverband Musikindustrie die Studie\u00a0\u201eAufbau einer digitalen Wirtschaft: Die Bedeutung der Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen in der Kreativwirtschaft der europ\u00e4ischen Union\u201c zug\u00e4nglich, die zu alarmierenden Ergebnissen gekommen sein will: Das Pariser Consulting Unternehmen TERA hat \u201eerrechnet\u201c, dass die gesch\u00e4tzten 10 Mrd. 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