{"id":2223,"date":"2010-08-14T11:03:45","date_gmt":"2010-08-14T09:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=2223"},"modified":"2010-08-14T11:16:49","modified_gmt":"2010-08-14T09:16:49","slug":"gehaltsvergleich-intendantenwettstreit-bringt-nicht-alle-bezuge-ans-licht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/gehaltsvergleich-intendantenwettstreit-bringt-nicht-alle-bezuge-ans-licht\/","title":{"rendered":"Gehaltsvergleich: Intendantenwettstreit bringt nicht alle Bez\u00fcge ans Licht"},"content":{"rendered":"<p>Die Intendantinnen und Intendanten der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunksender hat ein regelrechter Wettstreit um die Offenlegung ihrer Bez\u00fcge erfasst. Nach Monika Piel (WDR) \u2013 wir\u00a0<a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/rbb-folgt-freiwillig-dem-wdr-und-veroffentlicht-chefgehalter\/\" target=\"_self\">berichteten<\/a> \u2013 mit einem Jahresgehalt von 308.000 Euro und Dagmar Reim (RBB) mit einem Jahresgehalt von 220.000 Euro haben nun auch Lutz Marmor (NDR) und Peter Boudgoust (SWR) im Gehaltsvergleich nachgezogen. Marmor beziffert nach dem Bericht von <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_946606.html\" target=\"_blank\">Digitalfernsehen<\/a> sein Jahresgehalt f\u00fcr 2009 auf 286.000 Euro, Boudgoust \u2013 derzeit auch ARD-Vorsitzenden \u2013 auf 273.000 Euro.<!--more--><\/p>\n<p>Offenbar wollen die Intendanten die Angelegenheit schnellstens hinter sich bringen, um einer l\u00e4ngeren, kaum kontrollierbaren Debatte in der \u00d6ffentlichkeit zu entgehen. Dabei f\u00e4llt auf, dass Piel \u2013 dazu gesetzlich veranlasst \u2013 auch eine erfolgsunabh\u00e4ngige Pr\u00e4mie in H\u00f6he von 23.000 Euro, Sachbez\u00fcge f\u00fcr die Inanspruchnahme eines Dienstwagens in H\u00f6he von 21.000 Euro sowie eine Zuf\u00fchrung in den Pensionsr\u00fcckstellungen von 228.000 Euro ausweisen musste. Alles in allem machte das allein in 2009 ein Einkommen von 580.000 Euro brutto.<\/p>\n<p>Diese zus\u00e4tzlichen Annehmlichkeiten in den Intendantenvertr\u00e4gen lassen Piels Mitstreiter in ihren Transparenzbem\u00fchungen gro\u00dfz\u00fcgig unter den Tisch fallen. Doch ist das beileibe l\u00e4ngst nicht alles, was in den ver\u00f6ffentlichten Angaben nicht zum Vorschein kommt. Nach wie vor bleiben die Bez\u00fcge der Programmverantwortlichen aus paralleler Aufsichtsrats- und Gesellschaftert\u00e4tigkeit in den kommerziell agierenden Beteiligungsgesellschaften der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten v\u00f6llig im Dunkeln. Auch Piel ist nach dem novellierten WDR-Gesetz vom 8.12.2009 nicht gezwungen, diese auszuweisen. Dabei verzeichnet der <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/unternehmen\/service\/infomaterial\/pdf\/WDR_20100804_Geschaeftsbericht-2009.pdf\" target=\"_blank\">WDR Gesch\u00e4ftsbericht 2009<\/a> f\u00fcr sie Mandate in folgenden Beteiligungsunternehmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mitglied der Gesellschafterversammlung und Mitglied des Aufsichtsrats der WDR mediagroup GmbH<\/li>\n<li>Mitglied der Gesellschafterversammlung der WDR Geb\u00e4udemanagement GmbH<\/li>\n<li>Mitglied des Kuratoriums der CIVIS medien stiftung GmbH<\/li>\n<li>Mitglied der Gesellschafterversammlung der WDR mediagroup digital GmbH<\/li>\n<li>Mitglied der Gesellschafterversammlung Der Deutsche Fernsehpreis GmbH<\/li>\n<li>Mitglied des Verwaltungsrats des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA)<\/li>\n<li>Mitglied der Gesellschafterversammlung und Mitglied des Aufsichtsrats der SportA Sportrechte- und Marketing-Agentur GmbH<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber das System \u00f6ffentlich-rechtlicher Beteiligungsgesellschaften ist in finanzieller Hinsicht bislang kaum etwas bekannt. Der Aufsicht der Gremien entzogen, wird dieses auf \u00f6ffentlichen Geb\u00fchrengeldern beruhende Paralleluniversum von allen ARD-Landesrundfunkanstalten unterhalten, und herrscht, wie sollte es anders sein, auch beim ZDF. So ist ZDF-Intendant Markus Sch\u00e4chter zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der <a href=\"http:\/\/www.zdf-enterprises.de\/de\/impressum.2226.htm\" target=\"_blank\">ZDF Enterprises GmbH<\/a>, einer 100-prozentigen privatwirtschaftlichen Tochtergesellschaft des ZDF, und NDR-Intendant Lutz Marmor Vorsitzender des Aufsichtsrats der <a href=\"http:\/\/www.studio-hamburg.de\/index.php?id=261\" target=\"_blank\">Studio Hamburg GmbH<\/a>, einer 100-prozentigen Tochter der <a href=\"http:\/\/www.ndrmedia.de\/unternehmen\/struktur\/\" target=\"_blank\">NDR Media GmbH<\/a>, der er in Personalunion ebenfalls als Vorsitzender des Aufsichtsrats vorsteht.<\/p>\n<p>Die Verquickungen zwischen \u00f6ffentlich-rechtlich und privat lassen sich in ihrer Honorierung f\u00fcr die Protagonisten kaum aufl\u00f6sen. Nach privatwirtschaftlichen Ma\u00dfst\u00e4ben bemessen d\u00fcrften insbesondere Mandate aus Aufsichtsrats- und Gesellschaftert\u00e4tigkeit besonders lukrativ sein. Aufwandsentsch\u00e4digungen und Sitzungsgelder in sonstigen Gremien \u2013 Monika Piel beispielsweise ist ferner\u00a0Vorsitzende des Verwaltungsrats von <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/wir\/gremien\/\" target=\"_blank\">Deutschlandradio<\/a> \u2013 d\u00fcrften demgegen\u00fcber mit einer (gesch\u00e4tzt) niederen 5-stelligen Summe \u00fcbers Jahr nur unwesentlich ins Gewicht fallen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Beteiligungen von Beteiligungsgesellschaften er\u00f6ffnen weitere Gestaltungs- und Verdienstm\u00f6glichkeiten. Monika Piel ist \u2013 im Gesch\u00e4ftsbericht nicht ausgewiesen \u2013 ebenfalls Vorsitzende des Aufsichtsrats der <a href=\"http:\/\/www.bavaria-film.de\/index.php?id=18\" target=\"_blank\">Bavaria Film GmbH<\/a>, an der die WDR mediagroup GmbH 33,35 % h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Update:<\/strong><\/p>\n<p>Erik Bettermann (Deutsche Welle) bezieht nach Eigenangaben ein Jahresgehalt von 207.000 Euro, Helmut Reitze (HR) outet sich mit 215.000 Euro, Fritz Raff (SR) erh\u00e4lt 212.000 Euro (Angaben laut <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_946781.html\" target=\"_blank\">Digitalfernsehen<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/x5z38i\/3515538\/Ploetzlich-so-einfach.html\" target=\"_blank\">sueddeutsche.de<\/a>).<\/p>\n<div id=\"tweetbutton2223\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgehaltsvergleich-intendantenwettstreit-bringt-nicht-alle-bezuge-ans-licht%2F&amp;text=Gehaltsvergleich%3A%20Intendantenwettstreit%20bringt%20nicht%20alle%20Bez%C3%BCge%20ans%20Licht&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgehaltsvergleich-intendantenwettstreit-bringt-nicht-alle-bezuge-ans-licht%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Intendantinnen und Intendanten der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunksender hat ein regelrechter Wettstreit um die Offenlegung ihrer Bez\u00fcge erfasst. 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