{"id":2987,"date":"2011-01-19T16:31:02","date_gmt":"2011-01-19T15:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=2987"},"modified":"2011-01-19T16:31:02","modified_gmt":"2011-01-19T15:31:02","slug":"transaktionsorientiertes-geschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/transaktionsorientiertes-geschaft\/","title":{"rendered":"Transaktionsorientiertes Gesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<p>Als der Schweizer Verleger Michael Ringier auf der Tagung des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) Mitte November letzten Jahres in Berlin seine \u00fcber die vermeintliche Kostenlos-Mentalit\u00e4t im Netz lamentierenden deutschen Kollegen mit markigen Spr\u00fcchen unterhielt, rief er ihnen aufmunternd zu: \u201eWir m\u00fcssen den Journalismus nicht neu erfinden, sondern neu organisieren.\u201c (<a href=\"http:\/\/meedia.de\/nc\/details-topstory\/article\/digitaler-mob-statt-schwarmintelligenz_100031602.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=2a160eddd0\" target=\"_blank\">Meedia<\/a>) Wie das im Falle des Schweizer Medienunternehmens funktioniert, erkl\u00e4rt nun Christian Unger, Vorsitzender der <a href=\"http:\/\/www.ringier.com\/index.cfm?rub=278\" target=\"_blank\">Konzernleitung<\/a> der Ringier AG, in einem Interview mit <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/medien\/die_kunst_der_vernetzung_1.9130934.html\" target=\"_blank\">NZZ Online<\/a>.<\/p>\n<p>Ungers Credo lautet: <em>transaktionsorientiertes Gesch\u00e4ft<\/em>. Dazu werden die Unternehmensbestandteile erstens Print und zweitens Unterhaltung mit dem dritten Standbein Internet vernetzt. Aus Traffic liefernden Print- und Unterhaltungsinhalten wird im Netz mit Services ein Verbundeffekt generiert, dessen Wertsch\u00f6pfung hoch ist. Unger zur Profitabilit\u00e4t des Unternehmens:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie hoch ist die Rendite?<\/strong><\/p>\n<p>Online-Gesch\u00e4fte bringen zum Teil sehr erfreuliche Resultate, hochprofitable Gesch\u00e4fte sind zum Beispiel Autoscout, Geschenkidee oder unsere Neuakquisition in der Slowakei \u2013 sie erzielen alle \u00fcber 30 Prozent Umsatzrendite.<\/p>\n<p><strong>Aber diese Plattformen haben kleine Ums\u00e4tze.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Gesch\u00e4fte sind wohl unsere profitabelsten Player, wenn auch vom Umsatz her etwas kleiner. Das sind hervorragende Perlen. Unser transaktionsbasiertes Internetgesch\u00e4ft ist insgesamt hochprofitabel. Bei verlagsnahen Online-Aktivit\u00e4ten wie bei Blick.ch zielen wir auf Gr\u00f6sse. \u00dcber unsere Inhalte generieren wir Traffic, doch die Wertsch\u00f6pfung und Gewinne erbringen wir \u00fcber Services, etwa Tickets, Immobilien. Es geht also wieder um Vernetzung.<\/p>\n<p><strong>Was sind Ihre Renditeziele? 15 Prozent?<\/strong><\/p>\n<p>Wichtig ist es, einen Gesamtmix zu haben. Insgesamt soll die operative Ebitda-Rendite zwischen 7 und 10 Prozent liegen. Dabei muss es auch Bereiche geben, die 20 bis 30 Prozent Rendite machen, und solche, die je nach Lebenszyklus eine negative Rendite haben. Beispiel: Der \u00abBlick am Abend\u00bb generiert noch Verluste, aber er w\u00e4chst sehr stark. Autoscout dagegen ist hochrentabel. Wir wissen aber, dass sich dieses Modell in f\u00fcnf Jahren \u00e4ndern wird. Hier geht es um kurzfristigere, volatile Gesch\u00e4fte. Deshalb m\u00fcssen wir immer, bevor sich ein Produktezyklus dem Ende zuneigt, Neues in der Pipeline haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass das Gesch\u00e4ft hochprofitabel ist und die Ringier AG als <a href=\"http:\/\/www.schweizermedien.ch\/?id=83\" target=\"_blank\">Mitglied<\/a> des Verbands Schweizer Medien ebenfalls ein Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverleger nach deutschem Vorbild fordert (<a href=\"http:\/\/www.schweizermedien.ch\/fileadmin\/schweizerpresse\/themen\/medienpolitisches_manifest\/100916_Medienpolitisches_Manifest.pdf\" target=\"_blank\">\u201eMedienpolitisches Manifest\u201c<\/a>, 16.09.2010), erscheint nur auf den ersten Blick als ein Widerspruch. \u00c4hnlich wie im Falle der Axel Springer AG (wir <a href=\" http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/leistungsschutzrecht-als-extraprofit\/\" target=\"_blank\">berichteten<\/a>) lie\u00dfe sich auch f\u00fcr das Schweizer Medienunternehmen ein satter Extraprofit erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dieses Motiv wird durch die bilanztechnische Trennung der Unternehmensbestandteile in heutigen Medienkonzernen noch bef\u00f6rdert. Die Manager der weniger profitablen Sektoren A und B streben nach den h\u00f6heren erfolgsbedingten Provisionen, wie sie jene des profitableren Sektors C erzielen. Das, was der der Leiter des Gesamtkonzerns als ein einvernehmliches Nebeneinander von hohen und niederen oder gar negativen Renditen beschreibt, sieht im Unternehmensalltag anders aus.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton2987\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Ftransaktionsorientiertes-geschaft%2F&amp;text=Transaktionsorientiertes%20Gesch%C3%A4ft&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Ftransaktionsorientiertes-geschaft%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der Schweizer Verleger Michael Ringier auf der Tagung des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) Mitte November letzten Jahres in Berlin seine \u00fcber die vermeintliche Kostenlos-Mentalit\u00e4t im Netz lamentierenden deutschen Kollegen mit markigen Spr\u00fcchen unterhielt, rief er ihnen aufmunternd zu: \u201eWir m\u00fcssen den Journalismus nicht neu erfinden, sondern neu organisieren.\u201c (Meedia) Wie das im Falle des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,66],"tags":[161,173],"class_list":["post-2987","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-presse","category-urheberrecht","tag-leistungsschutzrecht","tag-vdz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2987"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2988,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2987\/revisions\/2988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}