{"id":304,"date":"2009-08-10T11:25:23","date_gmt":"2009-08-10T09:25:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=304"},"modified":"2009-08-10T13:58:55","modified_gmt":"2009-08-10T11:58:55","slug":"des-kanzleramtsministers-krampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/des-kanzleramtsministers-krampf\/","title":{"rendered":"Des Kanzleramtsministers K(r)ampf"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\" http:\/\/www.rp-online.de\/public\/article\/politik\/deutschland\/742951\/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html\">Rheinische Post<\/a> ver\u00f6ffentlicht heute ein Interview mit Kanzleramtsminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU). Es steht unter dem Titel \u201eSch\u00e4rfere Regeln f\u00fcrs Internet\u201c. Doch eigentlich geht es um das Thema Wirtschaft und Finanzm\u00e4rkte.<!--more-->\u00a0Lediglich die letzte Frage gilt dem Internet:<\/p>\n<p><em>\u00a0\u201eDer Vorsto\u00df der Bundesregierung gegen Kinderpornografie im Internet hat viele Kritiker der Online-Szene auf den Plan gerufen. Die f\u00fcrchten Zensur des Staates.<\/em><br \/>\n<strong><em>De Maizi\u00e8re<\/em><\/strong> Ein unberechtigter Vorwurf. Hier steht doch vielmehr die grunds\u00e4tzliche Frage: Kann das Internet v\u00f6llig frei sein? M\u00fcssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entw\u00fcrdigung oder unseri\u00f6sen Gesch\u00e4ften sch\u00fctzen wie im Zivilrecht? \u00c4hnlich wie auf den Finanzm\u00e4rkten brauchen wir mittelfristig Verkehrsregeln im Internet. Sonst werden wir dort Scheu\u00dflichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen. Vieles geht da \u00fcbrigens nicht nur national.\u201c<\/p>\n<p>Der Vergleich ist dreist: Erstens sind die Bundesregierung und insonderheit die CDU bislang nicht als arbeitsw\u00fctige Regulierer der internationalen Finanzm\u00e4rkte in Erscheinung getreten \u2013 eher im Gegenteil. Und zweitens ist das sogenannte \u201eZugangserschwerungsgesetz\u201c das beste Beispiel daf\u00fcr, dass es CDU und Regierung nicht um internationale institutionelle Vorkehrungen zur L\u00f6schung von kinderpornographischen Bildern im Netz geht.<\/p>\n<p>Dazu ein Beispiel: Sogenannte Phishing-Websites, mit denen die Kontodaten von Bankkunden ausgesp\u00e4ht werden, verbleiben im Schnitt ganze 4,8 Stunden im Web, Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten hingegen 30 Tage. Der Grund ist, dass die Banken ein Eigeninteresse an der Beseitigung solch illegaler Angebote haben und dementsprechend international vernetzt ermitteln und l\u00f6schen lassen. DIE LINKE hat das im Bundestag <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/Killerspiele_Hintergrundpapier.pdf\">thematisiert<\/a>. Die Bundesregierung hat das nicht interessiert.<\/p>\n<p>Und damit sind wir bei drittens: Der Bundesregierung geht es \u2013 wie Maizi\u00e8re es nennt \u2013 um \u201eVerkehrsregeln\u201c im Netz. Das Internet soll zu innenpolitischen und urheberrechtspolitischen Zwecken territorialisiert werden. Mit dem Sperrgesetz wurde die T\u00fcr aufgesto\u00dfen, um im n\u00e4chsten Anlauf Online-Gl\u00fccksspiele, gewalthaltige Spiele, Filesharing f\u00fcr Filme und Musik sowie vieles, anderes mehr einzubeziehen.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton304\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdes-kanzleramtsministers-krampf%2F&amp;text=Des%20Kanzleramtsministers%20K%28r%29ampf&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdes-kanzleramtsministers-krampf%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rheinische Post ver\u00f6ffentlicht heute ein Interview mit Kanzleramtsminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU). 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