{"id":4042,"date":"2011-11-10T13:10:45","date_gmt":"2011-11-10T12:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=4042"},"modified":"2011-11-10T13:11:50","modified_gmt":"2011-11-10T12:11:50","slug":"mehr-internet-fur-bildung-und-wissenschaft-%e2%80%93-expertengesprach-zu-bildung-und-forschung-bei-der-eidg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/mehr-internet-fur-bildung-und-wissenschaft-%e2%80%93-expertengesprach-zu-bildung-und-forschung-bei-der-eidg\/","title":{"rendered":"Mehr Internet f\u00fcr Bildung und Wissenschaft \u2013 Expertengespr\u00e4ch zu Bildung und Forschung bei der EIDG"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWissenschaft wird digital, egal ob wir mitmachen oder nicht\u201c, so <a href=\"http:\/\/www.rdd.sub.uni-goettingen.de\/www\/pages\/rdd_public\/\" target=\"_blank\">Dr. Heike Neuroth <\/a>im Expertengespr\u00e4ch zu Bildung und Forschung der Enquetekommission \u201eInternet und digitale Gesellschaft\u201c am vergangenen Montag. Die von der LINKEN eingeladene Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung der Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen begr\u00fcndete die Digitalisierung der Wissenschaft damit, das Forschung in allen Disziplinen immer gruppenorientierter, globaler und technikbasierter abl\u00e4uft. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Kernphysik und den Teilchenbeschleuniger am CERN, dessen Daten 10 000 Forscherinnen und Forscher aus rund 100 L\u00e4ndern kooperativ auswerten, sondern beispielsweise auch f\u00fcr die Astronomie mit ihren Sternwarten, die Computerlinguistik oder vergleichende Literaturwissenschaften, wie die Bibelforschung, die gro\u00dfe Textmengen automatisiert abgleichen und bearbeiten.<\/p>\n<p>In dem Expertengespr\u00e4ch ging es darum, wie Internet und Digitalisierung Wissenschaft ver\u00e4ndern und um den Stand der Internetforschung in Deutschland. Breite Einigkeit herrschte bei den geladenen Expertinnen und Experten dabei dar\u00fcber, dass beide Herausforderungen allumfassend und weniger in einzelne Fachdisziplinen aufgespalten betrachtet und angegangen werden m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<p>Um bei der fortschreitenden Vernetzung und Digitalisierung der Forschung mithalten zu k\u00f6nnen, braucht es den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur. Die Vernetzung der gesamten Wissenschaft im Bereich der Arbeitsplattformen und eine weitgehende Digitalisierung m\u00f6glichst frei zug\u00e4nglicher Forschungsdaten stehen aber erst am Anfang und sind durch den Staat als Geldgeber der Forschung nicht abgesichert.<\/p>\n<p>Auch die digitale, kostenfrei zug\u00e4ngliche Publikation von Forschungsergebnissen (Open Access), die viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen, braucht mehr rechtliche und finanzielle Unterst\u00fctzung der \u00f6ffentlichen Hand. Die Linksfraktion wird hierzu noch im November einen Antrag in den Bundestag einbringen.<\/p>\n<p>Dr. Neuroth erfuhr die Zustimmung ihrer Expertenkollegen, dass hierbei Wissenschaft und Forschung selbst definieren sollen, welche Formen der Digitalisierung fach\u00fcbergreifend wie fachspezifisch gebraucht werden. Dazu sollten vor allem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst nach ihren Bed\u00fcrfnissen befragt werden, so Neuroth. Nicht zuletzt muss auch die Schulung f\u00fcr die Nutzung der sogenannten Virtuellen Forschungsumgebungen gew\u00e4hrleistet sein. Hierf\u00fcr forderte Neuroth die Einrichtung neuer Ausbildungs- und Studieng\u00e4nge wie beispielsweise eine Qualifizierung als \u201eData-Librarian\u201c.<\/p>\n<p>Auch <a href=\"http:\/\/www4.in.tum.de\/~broy\/\" target=\"_blank\">Prof. Manfred Broy <\/a>vom Institut f\u00fcr Informatik der TU M\u00fcnchen sprach seinen Kollegen aus der Seele, als er feststellte, bisher w\u00fcrde in Deutschland nicht ausreichend dar\u00fcber geforscht, was Vernetzung und Digitalisierung f\u00fcr die Gesellschaft bedeuten. Er forderte deshalb den Aufbau eines in Deutschland bislang nicht existierenden zentralen Instituts, an dem fach\u00fcbergreifend alle Forschungsthemen rund um Internet und Digitalisierung behandelt werden.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentierte <a href=\"http:\/\/www.gsw.uzh.ch\/aboutus\/people\/otfriedjarren.html\" target=\"_blank\">Prof. Otfried Jarren <\/a>vom Institut f\u00fcr Medienforschung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Zwar existieren unz\u00e4hlige kleinteilige Forschungen zum Internet in Deutschland existieren, L\u00e4ngs- und Querschnittsstudien aber fehlen. Jarren schlug vor, verschiedene, mit einander vernetzte Kompetenzzentren f\u00fcr Internetforschung einzurichten. Weiter forderte er gezielte Nachwuchsf\u00f6rderung, da insbesondere j\u00fcngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre allt\u00e4gliche Lebenserfahrung in der digitalisierten Gesellschaft besser in die Internet-Forschung einbringen k\u00f6nnten und sollten. Prof. Peter Henning vom Institute for Computers in Education der Hochschule Karlsruhe vertrat die Ansicht, das die Digitalisierung vermehrt Einzug auch in die kindliche Bildung finden m\u00fcsse, da bereits Kleinkinder durch die Erfahrungen zuhause mit den Smartphones, Spielekonsolen oder Smart-TVs der Eltern und Geschwister mit der Digitalisierung in Ber\u00fchrung kommen.<\/p>\n<p>Dazu <a href=\"http:\/\/www.petra-sitte.de\/\" target=\"_blank\">Petra Sitte<\/a>, forschungspolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag: \u201eUm diese w\u00fcnschenswerten Ziele umzusetzen, braucht es ein Umdenken in der Bildungspolitik von Bund und L\u00e4ndern. Dauerhaft arbeitende Kompetenzzentren und nachhaltige Nachwuchsf\u00f6rderung funktionieren auch beim Thema Internet und Digitalisierung nur mit einer belastbaren und verst\u00e4rkten Grundfinanzierung von Bildung und Wissenschaft.\u201c<\/p>\n<p>Ungeteilte Zustimmung bei den eingeladenen Expertinnen und Expertinnen erfuhr die Forderung von <a href=\"http:\/\/www.bibliotheksverband.de\/dbv\/ueber-uns\/vorstand.html\" target=\"_blank\">Dr. Frank Simon-Ritz <\/a>aus dem Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbands, der dringend daf\u00fcr pl\u00e4dierte, einen Schutzraum f\u00fcr Bildung und Forschung im Urheberrecht zu schaffen. Die LINKE im Bundestag teilt diese Position seit Langem. Sie hat deshalb in ihrem Antrag zur Urheberrechtsreform im Juli 2011 die Einf\u00fchrung der sogenannten Wissenschaftsschranke vorgeschlagen, die besondere Freiheiten im Umgang mit urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Forschung vorsieht.<\/p>\n<p>Crosspost von <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/nachrichten\/mehr-internet-bildung-wissenschaft\/\" target=\"_blank\">Linksfraktion.de<\/a><\/p>\n<div id=\"tweetbutton4042\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fmehr-internet-fur-bildung-und-wissenschaft-%25e2%2580%2593-expertengesprach-zu-bildung-und-forschung-bei-der-eidg%2F&amp;text=Mehr%20Internet%20f%C3%BCr%20Bildung%20und%20Wissenschaft%20%E2%80%93%20Expertengespr%C3%A4ch%20zu%20Bildung%20und%20Forschung%20bei%20der%20EIDG&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fmehr-internet-fur-bildung-und-wissenschaft-%25e2%2580%2593-expertengesprach-zu-bildung-und-forschung-bei-der-eidg%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWissenschaft wird digital, egal ob wir mitmachen oder nicht\u201c, so Dr. Heike Neuroth im Expertengespr\u00e4ch zu Bildung und Forschung der Enquetekommission \u201eInternet und digitale Gesellschaft\u201c am vergangenen Montag. 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