{"id":4237,"date":"2012-01-02T12:33:58","date_gmt":"2012-01-02T11:33:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=4237"},"modified":"2012-01-02T12:33:58","modified_gmt":"2012-01-02T11:33:58","slug":"die-tur-ins-freie-lukrezia-jochimsen-uber-kultur-und-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/die-tur-ins-freie-lukrezia-jochimsen-uber-kultur-und-netz\/","title":{"rendered":"&#8222;Die T\u00fcr ins Freie&#8220; &#8211; Lukrezia Jochimsen \u00fcber Kultur und Netz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/lukrezia-jochimsen.de\/\" target=\"_blank\">Lukrezia Jochimsen<\/a>, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, hat f\u00fcr den<a href=\"http:\/\/www.kupoge.de\/publikationen\/aktion_jahrbuch2011.htm\" target=\"_blank\"> 11. Band des Jahrbuches f\u00fcr Kulturpolitik <\/a>einen Beitrag \u00fcber die Potenziale des Netzes f\u00fcr\u00a0Kreative und Kulturschaffende verfasst. Das Jahrbuch\u00a0vereint vor allem die Beitr\u00e4ge des <a href=\"http:\/\/www.netz-macht-kultur.de\/index.html\" target=\"_blank\">Kulturpolitischen Kongresses &#8222;Netz macht Kultur&#8220;<\/a> vom Mai 2011.<\/p>\n<p>In ihrem Beitrag (<a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/Jahrbuch-2011_Jochimsen_Autor.pdf\">pdf<\/a>) bezieht sich Jochimsen auf das k\u00fcrzlich beschlossene <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/die-linke-netzpolitische-positionen-im-parteiprogramm\/\" target=\"_blank\">Parteiprogramm der LINKEN<\/a>, das die Potenziale des Netzes f\u00fcr Gegen\u00f6ffentlichkeiten, f\u00fcr Selbstorganisation und f\u00fcr alternative Wirtschaftsmodelle hervorhob. Die Entwicklung dieser\u00a0Potenziale m\u00fcsste durch die Politik unterst\u00fctzt werden:<\/p>\n<blockquote><p><em>Was sich hier andeutet an M\u00f6glichkeiten zur Teilhabe und selbstbestimmten Entwicklung aller, an Chancen f\u00fcr Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung, das weist \u00fcber die bestehende Gesellschaft hinaus. Das kann eine T\u00fcr ins Freie sein. Wir als Linke halten an der Vision einer Gesellschaft fest, in der die freie und gleiche Entwicklung eines jeden die Bedingung f\u00fcr die freie Entwicklung aller ist. Die Weichen daf\u00fcr, ob das Netz seinen Teil dazu beitragen kann, dieser Vision ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen, werden jetzt gestellt.<!--more--><\/em><\/p>\n<p><em>Jene, die sich von dieser Entwicklung bedroht f\u00fchlen, die auf eine Versch\u00e4rfung des Urheberrechts zum Schutz des geistigen Eigentums dr\u00e4ngen, eine patriarchal gedachte Verbots- und Bewahrp\u00e4dagogik pflegen und sich an vermeintlich ubiquit\u00e4r erforderlichen staatlichen Sicherheits- und Kontrollbefugnissen orientieren, wollen dasNetz nach ihren Vorstellungen formen \u2013 zur Durchsetzung von technischen und juristischen Kontroll- und Eigentumstiteln. DIE LINKE tritt dementgegen f\u00fcr die Offenheit des Netzes, f\u00fcr die Vielfalt der Netze und f\u00fcr kulturelle Vielfalt ein. <\/em>(Zitat vom Schluss des Textes)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine wichtige Frage f\u00fcr die Kulturpolitikerin bleibt nat\u00fcrlich die nach der Lage von Kreativen unter den Bedingungen der Digitalisierung. Dabei macht sie sich auch Gedanken \u00fcber das Urheberrecht und seine Durchsetzung.<\/p>\n<blockquote><p><em>In einer Gesellschaft, die auf der Marktwirtschaft und der Ware-Geld- Beziehung beruht, ist meiner Auffassung nach ein funktionierendes Urheberrecht unverzichtbar. Es muss dann allerdings auch den Anspruch einl\u00f6sen, die Urheber angemessen an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Leistungen zu beteiligen. Diesem Anspruch wird es derzeit nicht gerecht, deshalb setzen wir uns f\u00fcr eine grundlegende Reform des Urheberrechts ein. Das geltende Urheberrecht st\u00f6\u00dft im Zeitalter der Digitalisierung an Grenzen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Jochimsen spricht sich eindeutig gegen Sperren und Warnhinweise\u00a0und f\u00fcr eine rechtliche St\u00e4rkung der Kreativen gegen die Verwerter bei weiterer \u00d6ffnung des Zugangs\u00a0zu Kulturg\u00fctern aus.<\/p>\n<blockquote><p><em>Ein modernes Urheberrecht soll unserer Auffassung nach zum einen die Urheberinnen und Urheber in ihren Anspr\u00fcchen gegen\u00fcber den Verwertern st\u00e4rken, zum anderen den Zugang zu Wissen und Information zum gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen gesellschaftlichen Vorteil regeln. Es muss zeitgem\u00e4\u00df zwischen Urheber-, Nutzer- und Verwerter-Interessen vermitteln.\u00a0<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Entwicklung neuer Verg\u00fctungsmodelle soll vorangetrieben werden, namentlich etwa die Kulturwertmark und Micropaymentkonzepte.<\/p>\n<p>\u00dcber das Urheberrecht hinaus sieht Jochimsen gro\u00dfe Chancen f\u00fcr eine &#8222;Digitalisierung als Demokratisierung der Kultur.&#8220; Die Kultureinrichtungen seien hier viel schneller gewesen und die Kulturpolitik in der &#8222;Bringschuld&#8220; &#8211; etwa mit ub\u00fcrokratischen Regelungen f\u00fcr die Digitalisierung verwaister Werke aus Bibliotheken und Archiven. Und sie pl\u00e4diert f\u00fcr mehr Optimismus angesichts sich rapide wandelnder Bedingungen im Kulturbetrieb:<\/p>\n<blockquote><p><em>Den einsamen K\u00fcnstler im Atelier gibt es zwar auch heute noch, insgesamt aber ist Kulturproduktion ein hochkomplexer arbeitsteiliger Prozess mit vielen Akteuren im \u00f6ffentlichen, frei-gemeinn\u00fctzigen und privaten Sektor \u2013 von Alleinselbst\u00e4ndigen und kleinen Warenproduzenten bis zur gro\u00dfen Industrie. Das k\u00f6nnen und wollen nicht alles die User alleine machen und das kann auch der ebenfalls wachsende Sektor nichtkommerzieller Kultur- und Wissensproduktion (mit aktueller, oft freier Software, Blogs, Wikis, Fotoportalen u. a.) nicht alleine leisten. Dieser nichtkommerzielle Sektor verdient unsere besondere Aufmerksamkeit und auch unsere F\u00f6rderung, sollte aber keineswegs \u00fcbersch\u00e4tzt werden. Er tritt neben die bestehenden Formen kultureller Arbeit und professioneller Kunstproduktion, ersetzt sie aber nicht. Auch die privaten Produzenten und Dienstleister sind gegenw\u00e4rtig dabei, ihre Rolle neu zu bestimmen. Wir als Politiker\/innen sind gefordert, sie dabei zu unterst\u00fctzen. Also: Kein Grund f\u00fcr Untergangsstimmung.<\/em>\u00a0<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"tweetbutton4237\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdie-tur-ins-freie-lukrezia-jochimsen-uber-kultur-und-netz%2F&amp;text=%26%238222%3BDie%20T%C3%BCr%20ins%20Freie%26%238220%3B%20%26%238211%3B%20Lukrezia%20Jochimsen%20%C3%BCber%20Kultur%20und%20Netz&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdie-tur-ins-freie-lukrezia-jochimsen-uber-kultur-und-netz%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lukrezia Jochimsen, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, hat f\u00fcr den 11. 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