{"id":4838,"date":"2012-04-12T21:08:32","date_gmt":"2012-04-12T20:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=4838"},"modified":"2012-04-13T10:03:10","modified_gmt":"2012-04-13T09:03:10","slug":"das-ende-der-elektronischen-semesterapparate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/das-ende-der-elektronischen-semesterapparate\/","title":{"rendered":"Das Ende der elektronischen Semesterapparate"},"content":{"rendered":"<p>Unbest\u00e4tigten Ger\u00fcchten zufolge knallen beim B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels die Sektkorken: Das OLG Stuttgart hat gewisserma\u00dfen das Aus f\u00fcr elektronische Semesterapparate beschlossen. Dabei waren die immer so praktisch: Lehrende konnten Ausschnitte aus Texten f\u00fcr die Vorlesung im Intranet hinterlegen, den Teilnehmern eines Kurses ein Passwort geben, und die konnten es sich herunterladen. In Zukunft gilt: nur noch read only. Das Downloaden oder Ausdrucken soll nicht mehr m\u00f6glich sein. <!--more--><\/p>\n<p>Geklagt hatte der Kr\u00f6ner Verlag gegen die Fernuni Hagen. Man mag dar\u00fcber streiten, ob die sich besonders geschickt verhalten hat, als sie 91 Seiten eines Lehrbuches etwa 4.000 Personen zug\u00e4nglich machte und argumentierte, dies sei ein &#8222;kleiner Teil&#8220; des Lehrbuchs und ein &#8222;eingeschr\u00e4nkter Personenkreis&#8220;. Das sind n\u00e4mlich zwingende Voraussetzungen, um sich auf die Schrankenregelung des \u00a752 a berufen zu k\u00f6nnen. Trotzdem ist es nat\u00fcrlich bitter f\u00fcr die Uni-Dozenten, dass das OLG Stuttgart jetzt nebenbei urteilte, das Herunterladen und Ausdrucken sei im Rahmen dieser Regelung ohnehin nicht erlaubt. Das Urteil im Volltext gibt es <a href=\"http:\/\/www.boersenverein.de\/sixcms\/media.php\/976\/OLG%20Stuttgart%20040412.pdf\" target=\"_blank\">hier.<\/a><\/p>\n<p>\u00dcbrigens darf man Lehrmaterialien ohne Genehmigung auch nicht bei Rapidshare einstellen. Nur nebenbei bemerkt. Wissenschaftler haben ja bekanntlich besonders viel kriminelle Energie.<\/p>\n<p>Schwacher Trost: Der \u00a752 a l\u00e4uft zum Jahresende ohnehin aus, und da die\u00a0Koalition f\u00fcr den Schutz des geistigen Eigentums ist, wird sie ihn wohl auch nicht verl\u00e4ngern wollen. Den Wissenschaftsstandort Deutschland bringt es zweifellos mehr voran, wenn die Studierenden \u00f6fter mal in ein Buch schauen.<\/p>\n<p>Vielleicht sieht ja der Bundesgerichtshof die Sache anders. Im \u00dcbrigen w\u00e4re die Sache ein guter Anlass, noch mal \u00fcber eine allgemeine Wissenschaftsschranke nachzudenken.<\/p>\n<p>UPDATE:\u00a0 Auch Thomas Stadler betrachtet das Urteil in seinem <a href=\"http:\/\/www.internet-law.de\/2012\/04\/das-urheberrecht-behindert-unterricht-und-bildung.html\" target=\"_blank\">Blog<\/a>\u00a0als Wink mit dem Zaunpfahl, endlich zu bildungsfreundlicheren Urheberrechtsregelungen zu kommen.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton4838\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdas-ende-der-elektronischen-semesterapparate%2F&amp;text=Das%20Ende%20der%20elektronischen%20Semesterapparate&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdas-ende-der-elektronischen-semesterapparate%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unbest\u00e4tigten Ger\u00fcchten zufolge knallen beim B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels die Sektkorken: Das OLG Stuttgart hat gewisserma\u00dfen das Aus f\u00fcr elektronische Semesterapparate beschlossen. 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