{"id":4920,"date":"2012-04-30T12:41:37","date_gmt":"2012-04-30T11:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=4920"},"modified":"2012-05-01T09:38:52","modified_gmt":"2012-05-01T08:38:52","slug":"kostenexplosion-bei-schulbuchkopien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/kostenexplosion-bei-schulbuchkopien\/","title":{"rendered":"Kostenexplosion bei Schulbuchkopien"},"content":{"rendered":"<p>Kopien aus Schulb\u00fcchern werden immer teurer. Wenn Lehrerinnen und Lehrer in der Schulklasse Arbeitsbl\u00e4tter verwenden, die sie aus Unterrichtsmaterialien kommerzieller Verlage herauskopiert haben, m\u00fcssen sie daf\u00fcr blechen. W\u00e4hrend sie die Kopien selbst oft genug aus der eigenen Tasche zahlen, werden die Lizenzgeb\u00fchren, die daf\u00fcr f\u00e4llig werden, von den Bundesl\u00e4ndern pauschal\u00a0bezahlt. Im Jahr 2007 fielen daf\u00fcr Kosten von 4,5 Millionen Euro an. 2014 werden es bereits 9 Millionen sein.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es einen einfachen Grund: Die Bundesregierung hat Anfang 2008 das Urheberrecht reformiert und dabei das Kopieren aus Schulb\u00fcchern verboten. Seitdem brauchen die Kultusminister, die ohnehin schon regelm\u00e4\u00dfig Kopierabgaben zahlen, eine Extra-Genehmigung der Verlage. Da man im Rahmen eines zeitgem\u00e4\u00dfen Unterrichts auf Kopien aus Unterrichtsmaterialien nicht verzichten kann, sind die Bundesl\u00e4nder erpressbar. Sie m\u00fcssen zahlen, was immer die Verlage verlangen.<!--more--><\/p>\n<p>Kommt das Geld wenigstens bei den Urhebern an? Denn immerhin handelt es sich um eine Urheberrechtsverg\u00fctung, die eigentlich den Autorinnen und Autoren zusteht. Eine <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/093\/1709301.pdf\" target=\"_blank\">Antwort der Bundesregierung <\/a>auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt nun, dass\u00a0wohl\u00a0auch dies nicht der Fall ist. Das Geld nimmt einen Umweg \u00fcber Verwertungsgesellschaften und flie\u00dft von dort direkt in die Taschen der Verlage. Diese beteuern zwar, sie w\u00fcrden den Autoren einen Anteil weiterleiten. Dass sie das aber tats\u00e4chlich tun, glaubt die Bundesregierung offenbar selbst nicht, wie aus dem Schreiben hervorgeht: Die Verteilungspraxis soll jetzt von der Aufsichtsbeh\u00f6rde kontrolliert werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rosemarie-hein.de\/\" target=\"_blank\">Rosi Hein<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.petra-sitte.de\/\" target=\"_blank\">Petra Sitte<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.wawzyniak.de\/\" target=\"_blank\">Halina Wawzyniak<\/a>, die in der Fraktion f\u00fcr Bildung, Forschung und Netzpolitik zust\u00e4ndig sind, haben die in der Antwort der Bundesregierung enthaltenen Infos in einem\u00a0<a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/Schultrojaner-Factsheet-final.pdf\">Factsheet<\/a> aufbereitet, das seit heute auch auf den Homepages der drei Abgeordneten heruntergeladen werden kann. Sie verkn\u00fcpfen damit drei Kernforderungen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8211; Im Rahmen der geplanten Urheberrechtsreform des Dritten Korbs muss das Verbot des Kopierens aus Schulb\u00fcchern aufgehoben werden. Kopien aus Unterrichtsmaterialien k\u00f6nnen in einem realistischen Umfang im Rahmen der \u00fcblichen, von den Bundesl\u00e4ndern und privaten Anbietern ohnehin entrichteten Kopierabgabe (Betreiberabgabe) verg\u00fctet werden.<\/p>\n<p>&#8211; Die Verteilungspl\u00e4ne der Verwertungsgesellschaften sind durch die Aufsicht des Deutschen Patent und Markenamts ausdr\u00fccklich einer Kontrolle der Erf\u00fcllung des Angemessenheitsgebots zu unterwerfen. Die derzeitige \u00dcberpr\u00fcfung der Willk\u00fcrfreiheit bei der Verteilung der Einnahmen reicht nicht aus, um eine unangemessene Benachteiligung der Urheber zugunsten der Verlage auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8211; Die Erstellung frei lizenzierter Unterrichtsmaterialien, deren Vervielf\u00e4ltigung zu Unterrichtszwecken verg\u00fctungsfrei m\u00f6glich ist, sollte vom Bund finanziell und strukturell gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden. Die Bundesl\u00e4nder sollten ermutigt werden, die M\u00f6glichkeit eines Einsatzes solcher Materialien im Schulunterricht bei der Gestaltung der Lehrpl\u00e4ne st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen.<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"tweetbutton4920\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fkostenexplosion-bei-schulbuchkopien%2F&amp;text=Kostenexplosion%20bei%20Schulbuchkopien&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fkostenexplosion-bei-schulbuchkopien%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kopien aus Schulb\u00fcchern werden immer teurer. Wenn Lehrerinnen und Lehrer in der Schulklasse Arbeitsbl\u00e4tter verwenden, die sie aus Unterrichtsmaterialien kommerzieller Verlage herauskopiert haben, m\u00fcssen sie daf\u00fcr blechen. W\u00e4hrend sie die Kopien selbst oft genug aus der eigenen Tasche zahlen, werden die Lizenzgeb\u00fchren, die daf\u00fcr f\u00e4llig werden, von den Bundesl\u00e4ndern pauschal\u00a0bezahlt. Im Jahr 2007 fielen daf\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[276,135,118,66,119],"tags":[489,330,268,82,329],"class_list":["post-4920","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-buch","category-open-access","category-urheberrecht","category-wissenschaft","tag-bildung","tag-schulbuchkopien","tag-schultrojaner","tag-urheberecht","tag--53-urhg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4920"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4920\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4938,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4920\/revisions\/4938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}