{"id":5479,"date":"2012-08-10T15:26:12","date_gmt":"2012-08-10T14:26:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=5479"},"modified":"2012-08-10T15:26:12","modified_gmt":"2012-08-10T14:26:12","slug":"bgh-mag-keine-provider","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/bgh-mag-keine-provider\/","title":{"rendered":"BGH mag keine Provider"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat der Contentindustrie mal wieder <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Filesharing-BGH-bestaetigt-grundsaetzlichen-Auskunftsanspruch-der-Rechteinhaber-1665091.html\" target=\"_blank\">den R\u00fccken gest\u00e4rkt<\/a>, n\u00e4mlich mit einer besonders originellen Auslegung des <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/urhg\/__101.html\" target=\"_blank\">\u00a7 101 Urheberrechtsgesetz<\/a>. Der stellt die Grundlage daf\u00fcr dar, dass Internet-Provider auf Antrag die Zugangsdaten von illegalen Filesharern herausr\u00fccken m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<p>Nun hatte die Vorinstanz, das OLG K\u00f6ln, einmal eine durchaus sinnvolle Entscheidung getroffen. Da das Anbieten eines einzelnen Musiktitels in einer Tauschb\u00f6rse wohl kaum als Rechtsverletzung in gewerblichem Ausma\u00df gewertet werden k\u00f6nne, d\u00fcrfe der Provider auch die Zugangsdaten nicht herausr\u00fccken, fanden die K\u00f6lner Richter.<\/p>\n<p>Das war neu. Bisher waren zahlreiche, nicht immer besonders kompetente Gerichte davon ausgegangen, dass Filesharing sowieso immer gewerbliches Ausma\u00df erreiche, da die betreffenden Musiktitel ja nicht nur einzelnen, sondern Millionen von Internetnutzern zum Herunterladen angeboten w\u00fcrden. Die K\u00f6lner Richter hatten hier offenbar eine etwas realistische Vorstellung von &#8222;gewerblich&#8220;.<\/p>\n<p>Der BGH hat ihnen nun allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. \u201eGewerblich\u201c meint er, beziehe sich, was den Auskunftsanspruch angeht, nicht auf den Betroffenen, sondern auf den Provider. Wenn der Provider gewerblich t\u00e4tig sei (sowas soll ja vorkommen), bestehe der Auskunftsanspruch immer \u2013 ganz egal, ob die Rechtsverletzung selbst gewerbliches Ausma\u00df habe oder nur ein Bagatelldelikt sei.<\/p>\n<p>Was lernen wir daraus? Dass Provider nach Meinung des BGH Personen sind, die in gewerblichem Ausma\u00df f\u00fcr rechtsverletzende T\u00e4tigkeiten genutzte Dienstleistungen erbringen. Denn genau so ist es in \u00a7 101 UrhG formuliert.<\/p>\n<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton5479\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fbgh-mag-keine-provider%2F&amp;text=BGH%20mag%20keine%20Provider&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fbgh-mag-keine-provider%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat der Contentindustrie mal wieder den R\u00fccken gest\u00e4rkt, n\u00e4mlich mit einer besonders originellen Auslegung des \u00a7 101 Urheberrechtsgesetz. 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