{"id":561,"date":"2009-09-14T13:04:16","date_gmt":"2009-09-14T11:04:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=561"},"modified":"2010-01-05T16:23:51","modified_gmt":"2010-01-05T15:23:51","slug":"eu-kommission-will-digitalisierung-von-buchern-vorantreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/eu-kommission-will-digitalisierung-von-buchern-vorantreiben\/","title":{"rendered":"EU-Kommission will Digitalisierung von B\u00fcchern vorantreiben"},"content":{"rendered":"<p>Ausgerechnet die EU-Kommission sieht\u00a0nachahmenswerte Regelungen im Google Book Settlement (GBS). In einer <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=MEMO\/09\/376&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en\" target=\"_blank\">Erkl\u00e4rung<\/a>\u00a0der Kulturkommissarin Reding\u00a0und ihrer Wettbewerbskollegin McCreevy\u00a0wird bem\u00e4ngelt, dass es in\u00a0Europa keine ad\u00e4quate L\u00f6sung zur Verg\u00fctung der AutorInnen analog dem GBS\u00a0gebe.<!--more-->\u00a0Die EU-Kommission\u00a0f\u00fchre umfangreiche Gespr\u00e4che, um entsprechende Anpassungen des Urheberrechts voranzubringen.\u00a090 Prozent der B\u00fccher in den Nationalbibliotheken seien so genannte verwaiste und vergriffene Werke, die &#8222;aus der Versenkung geholt und zu neuem Leben erweckt werden&#8220; m\u00fcssten. Und die beiden Kommissarinnen wollen einen &#8222;kritischen Blick auf das Urheberrechtssystem werfen, das wir derzeit in Europa haben.&#8220;: &#8222;<span>Ist der gegenw\u00e4rtige Rahmen noch geeignet f\u00fcr das digitale Zeitalter?<\/span> <span>Werden die heutigen Regeln den Verbrauchern in ganz Europa den Zugriff auf digitale B\u00fccher erm\u00f6glichen?<\/span> <span>Werden sie den Autoren eine gerechte Bezahlung garantieren?<\/span> <span>Werden sie europaweit gleiche Ausgangsbedingungen f\u00fcr die Digitalisierung sichern oder ist die Uneinheitlichkeit zwischen den einzelnen L\u00e4ndern noch zu gro\u00df?<\/span> <span>Wie k\u00f6nnte der Beitrag von Europeana, Europas digitaler Bibliothek, aussehen, wenn es um die europ\u00e4ische Reaktion auf Digitalisierungsbestrebungen auf anderen Kontinenten geht?<\/span> <span>Ist Europas Urheberrechtsrahmen modern genug, um die Digitalisierung verwaister und vergriffener Werke zu erm\u00f6glichen?&#8220; Die EU-Kommission w\u00e4re nicht sie selbst, wenn sie nicht\u00a0private Interessen im Sinn h\u00e4tte. Und so schwebt den beiden Kommissarinnen eine Public-Private-Partnership (PPP) zur Umsetzung einer umfassenden Digitalisierung vor. In den n\u00e4chsten Wochen soll es Gespr\u00e4che mit Wirtschafts- und Autorenverb\u00e4nden zum Google Book Settlement, aber auch zur Umsetzung der europ\u00e4ischen Buchdigitalisierung in Zusammenarbeit mit Privaten, wahrscheinlich Google selbst, geben.<\/span><\/p>\n<p><span>Der B\u00f6rsenverein des deutschen Buchhandels sieht denn auch\u00a0seine Felle wegschwimmen. Dessen Vorsteher Honnefelder griff die EU-Kommission\u00a0 in einer <a href=\"http:\/\/www.boersenverein.de\/de\/portal\/Pressemitteilungen\/339083?_nav=\" target=\"_blank\">Erkl\u00e4rung<\/a> scharf an.\u00a0&#8222;Nur der beste Schutz des Urhebers garantiert langfristig auch die Entstehung und Ver\u00f6ffentlichung der besten Inhalte.&#8220; \u00dcbersehen hatte Honnefelder wohl, dass auch die Kommissarinnen\u00a0eine \u00fcberf\u00e4llige Verg\u00fctungsregelung f\u00fcr die AutorInnen anstreben. Die Verlage hingegen wollen das Recht auf Nichtver\u00f6ffentlichung und wollen besonders Google nicht im Bunde mit den steuerfinanzierten Bibliotheken: \u201eDer Staat missbraucht diese Steuergelder, wenn er eine Monopolbildung unterst\u00fctzt, indem er einer kommerziellen Suchmaschine das exklusive Recht gibt, gemeinfreie B\u00fccher aus dem Bestand der Bibliotheken im Internet zug\u00e4nglich zu machen\u201c sagte Honnefelder. Die Idee, Google mit der Digitalisierung europ\u00e4ischer Bibliotheken zu beauftragen, werde nur kurzfristig finanzielle Erleichterung bringen. Denn langfristig werde ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen wie Google f\u00fcr den Abruf der Best\u00e4nde Geld verlangen. Die Kosten f\u00fcr die Bibliotheken und damit auch f\u00fcr den Steuerzahler w\u00fcrden explodieren.<\/span><\/p>\n<p><span>Aus linker Sicht spricht nicht viel\u00a0f\u00fcr eine PPP mit Google.\u00a0PPPs\u00a0m\u00fcssen immer eine hohe\u00a0symbolische oder finanzielle Rendite f\u00fcr Unternehmen erwirtschaften, sonst w\u00e4re f\u00fcr diese eine Investition unter starkem \u00f6ffentlichen Einfluss uninteressant.\u00a0Die Frage bleibt, warum die Kommission nicht die beteiligten Regierungen zu einem Digitalisierungsgipfel einl\u00e4dt und die \u00f6ffentliche Finanzierung f\u00fcr die Bewahrung des schriftlichen Kulturerbes einsammelt. Parallel k\u00f6nnten die urheberrechtlichen Regelungen f\u00fcr verwaiste B\u00fccher gelockert werden. <\/span><\/p>\n<p><span>Solch ein Vorgehen w\u00e4re auf jeden Fall eher im Interesse von\u00a0NutzerInnen und AutorInnen, als das Verschanzen und Mauern\u00a0der deutschen Verlagswirtschaft. <\/span><\/p>\n<p><span>\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"tweetbutton561\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Feu-kommission-will-digitalisierung-von-buchern-vorantreiben%2F&amp;text=EU-Kommission%20will%20Digitalisierung%20von%20B%C3%BCchern%20vorantreiben&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Feu-kommission-will-digitalisierung-von-buchern-vorantreiben%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgerechnet die EU-Kommission sieht\u00a0nachahmenswerte Regelungen im Google Book Settlement (GBS). 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