{"id":5906,"date":"2013-01-14T12:05:53","date_gmt":"2013-01-14T11:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=5906"},"modified":"2013-01-14T12:05:53","modified_gmt":"2013-01-14T11:05:53","slug":"dokumentiert-einflussnahmen-auf-das-geplante-leistungsschutzrecht-fur-presseverlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/dokumentiert-einflussnahmen-auf-das-geplante-leistungsschutzrecht-fur-presseverlage\/","title":{"rendered":"Dokumentiert: Einflussnahmen auf das geplante Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage"},"content":{"rendered":"<p>Petra Sitte, Halina Wawzyniak und die Bundestagsfraktion DIE LINKE haben in einer Kleinen Anfrage nach \u201eEinflussnahmen auf das geplante Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage\u201c (BT-Drs. <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/119\/1711973.pdf\" target=\"_blank\">17\/11973<\/a>) gefragt. Nun liegt die Antwort der Bundesregierung vor. Herausgekommen ist eine Dokumentation dar\u00fcber, welche Vertreter und Verb\u00e4nde der Presseverlage wann im Bundeskanzleramt und in einzelnen Bundesministerien vorstellig wurden. Weitere Hintergr\u00fcnde, die Vorabversion der Antwort als pdf-Dokument und eine erste Einsch\u00e4tzung gibt es auf <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2013\/kanzleramt-informiert-offiziell-haben-die-bruder-von-klaeden-nicht-uber-leistungsschutzrecht-gesprochen\/\" target=\"_blank\">Netzpolitik.org<\/a>. Im folgenden dokumentieren wir die Antworten der Bundesregierung auf die gestellten Fragen:<\/p>\n<blockquote><p>Wir fragen die Bundesregierung:<\/p>\n<p><strong>1. Wann und mit welchen Aufgaben war Staatsminister Eckart von Klaeden in Angelegenheiten des von der Bundesregierung geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage befasst?<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Staatsminister Eckart von Klaeden war in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage mit keinen Aufgaben betraut.<\/p>\n<p>Er hat Informationsvorlagen des Bundeskanzleramtes zum Sachstand des Vorhabens an den Chef des Bundeskanzleramtes vom 17. und 27. Januar und 14. Juni 2012 sowie an die Bundeskanzlerin vom 18. Juli 2012 im Abdruck zur Kenntnis erhalten. Staatsminister von Klaeden hat zudem am 29. August und am 14. November 2012 an den Sitzungen des Bundeskabinetts teilgenommen, in denen der Entwurf der Bundesregierung eines Siebenten Gesetzes zur \u00c4nderung des Urheberrechtsgesetzes bzw. die Gegen\u00e4u\u00dferung der Bundesregierung zu der Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Oktober 2012 hierzu beschlossen wurden.<\/p>\n<p><strong>2. Wann und mit welchen Zielen wurde Dr. Dietrich von Klaeden, Leiter Regierungsbeziehungen der Axel Springer AG, in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage im Bundeskanzleramt vorstellig?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Dietrich von Klaeden hat am 16. April 2009 mit Staatsminister Neumann in seiner Funktion als Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien (BKM) und am 13. Juli 2010 mit der zust\u00e4ndigen Abteilungsleiterin K des BKM in den R\u00e4umen des Bundeskanzleramtes Gespr\u00e4che zum Leistungsschutzrecht gef\u00fchrt. Die Gespr\u00e4che dienten dem Austausch der jeweiligen Vorstellungen \u00fcber ein Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverleger.<\/p>\n<p><strong>3. Welche weiteren Vertreter der Axel Springer AG, von Hubert Burda Media, des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) oder des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wurden wann und mit welchen Zielen in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage im Bundeskanzleramt vorstellig?<\/strong><\/p>\n<p>Vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) haben der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Europa- und Medienpolitik Dr. Christoph Fiedler und der Justitiar Dirk Platte das Vorhaben eines Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverleger mit Schreiben vom 14. Oktober 2009 an den Chef des Bundeskanzleramtes in allgemeiner Form begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Vertreter der genannten Medien wurden zudem beim Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien (BKM) vorstellig, um ihre Vorstellungen \u00fcber ein Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverleger darzulegen. In diesem Zusammenhang haben die folgenden Gespr\u00e4che in den R\u00e4umen des Bundeskanzleramtes stattgefunden:<\/p>\n<ul>\n<li>Am 16. April 2009 ein Gespr\u00e4ch von Staatsminister Neumann mit dem Konzerngesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Public Affairs Axel Springer AG, Christoph Keese, und Dr. Dietrich von Klaeden.<\/li>\n<li>Am 23. Februar 2010 ein Gespr\u00e4ch von Staatsminister Neumann mit Spitzenvertretern aus der Zeitschriften- und Zeitungsbranche. Teilgenommen haben u. a. Helmut Heinen, Pr\u00e4sident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger e. V. (BDZV); Prof. Dr. Robert Schweizer f\u00fcr Prof. Dr. Burda; Christoph Keese.<\/li>\n<li>Am 13. Juli 2010 ein Gespr\u00e4ch der zust\u00e4ndigen Abteilungsleiterin K mit Dr. Christoph Fiedler, VDZ; Christoph Keese und Dietrich von Klaeden, Axel Springer AG; Dirk Platte, VDZ; Helmut Verdenhalven, BDZV.<\/li>\n<li>Am 26. September 2011 ein Gespr\u00e4ch von Staatsminister Neumann mit Vertretern des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). F\u00fcr den VDZ nahmen teil: Wolfgang F\u00fcrstner, damals Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDZ, und sein Nachfolger in dieser Funktion, Stephan Scherzer. Das Treffen diente vorrangig der pers\u00f6nlichen Vorstellung des neuen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrers des VDZ. Neben weiteren Sachthemen wurde auch das Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverleger kurz angesprochen.<\/li>\n<li>Am 28. September 2011 ein Gespr\u00e4ch von Staatsminister Neumann und der zust\u00e4ndigen Abteilungsleiterin K mit Dr. Mathias D\u00f6pfner und Christoph Keese, Axel Springer AG, zu anderen Themen, in dem das Leistungsschutzrecht am Rande erw\u00e4hnt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am 28. November 2012 haben sich zudem die Pr\u00e4sidenten des VDZ und des BDZV mit einem gemeinsamen Schreiben an Frau Bundeskanzlerin sowie an Staatsminister Neumann gewandt, um zu einer kurz zuvor gestarteten Aktion des Internetkonzerns Google gegen die Einf\u00fchrung des Leistungsschutzrechts Stellung zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>4. Wann und mit welchen Vertretern der Axel Springer AG, von Hubert Burda Media, des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) oder des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) f\u00fchrte Staatsminister Eckart von Klaeden Gespr\u00e4che in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage?<\/strong><\/p>\n<p>Staatsminister Eckart von Klaeden f\u00fchrte keine derartigen Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p><strong>5. Welche Vertreter der Axel Springer AG, von Hubert Burda Media, des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) oder des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wurden wann und mit welchen Zielen in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechtsf\u00fcr Presseverlage in den einzelnen Bundesministerien vorstellig?<\/strong><\/p>\n<p>In den Bundesministerien wurden die folgenden Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, die sich jedenfalls auch dem geplanten Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage gewidmet haben: Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (BMWi):<\/p>\n<ul>\n<li>Am 15. M\u00e4rz 2010 ein Gespr\u00e4ch des Parlamentarischen Staatssekret\u00e4rs Otto mit Helmut Heinen (Pr\u00e4sident BDZV), Dietmar Wolff (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer BDZV), Helmut Verdenhalven (Leiter Medienpolitik BDZV) und J\u00f6rg Laschkowski (ebenfalls BDZV).<\/li>\n<li>Am 5. Juli 2010 ein Gespr\u00e4ch von Bundesminister Br\u00fcderle mit Helmut Heinen, Dietmar Wolff und Helmut Verdenhalven (alle BDZV).<\/li>\n<li>Am 7. Oktober 2010 ein Gespr\u00e4ch von Bundesminister Br\u00fcderle mit Paul-Bernhard Kallen (Vorstandsvorsitzender Hubert Burda Media) und Dr. Marcel Reichart (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hubert Burda Media).<\/li>\n<li>Am 22. November 2011 fand auf Einladung von Bundesminister R\u00f6sler ein \u201eWachstumsdialog Digitale Medien\u201c statt. Neben etlichen anderen Organisationen waren hier auch die Axel Springer AG (Christoph Keese, Konzerngesch\u00e4ftsf\u00fchrer Public Affairs), der BDZV (Helmut Verdenhalven, Leiter Medienpolitik) und der VDZ (Dr. Christoph Fiedler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Europa- und Medienpolitik) vertreten.<\/li>\n<li>Am 16. Juni 2012 ein Gespr\u00e4ch des Leiters der Unterabteilung IB (Wettbewerbs- und Strukturpolitik) mit Dietmar Wolff (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer BDZV).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei s\u00e4mtlichen Gespr\u00e4chsterminen im BMWi lag der inhaltliche Schwerpunkt nicht auf dem Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage. Dieses Thema wurde jeweils nur am Rand angesprochen.<\/p>\n<p>Bundesministerium der Justiz (BMJ):<\/p>\n<ul>\n<li>Am 19. Mai 2009 ein Fachgespr\u00e4ch mit Vertretern des BDZV (Dr. Christoph Fiedler), des VDZ (Helmut Verdenhalven) und der Axel Springer AG (Christoph Keese und Dr. Dietrich von Klaeden).<\/li>\n<li>Am 9. Juli 2009 ein Gespr\u00e4ch zwischen der damaligen Bundesministerin der Justiz und Vertretern von BDZV (Helmut Heinen, Dietmar Wolff, Burkhard Schaffeld) sowie der Axel Springer AG (Christoph Keese).<\/li>\n<li>Am 4. Juni 2010 eine Telefonkonferenz auf Fachebene unter anderem mit Vertretern des BDZV (Dr. Christoph Fiedler), des VDZ (Helmut Verdenhalven), Hubert Burda Media (Dr. Robert Schweizer) und der Axel Springer AG (Christoph Keese und Dr. Dietrich von Klaeden). Gegenstand war die Vorstellung eines Eckpunktepapiers, auf das sich BDZV, VDZ, die Deutsche Journalisten-Vereinigung (DJV) und die Gewerkschaft ver.di verst\u00e4ndigt hatten. Am 25. August 2010 fand hierzu nochmals ein Gespr\u00e4ch von Vertretern von BDZV, VDZ, Hubert Burda Media, Axel Springer AG, der Deutschen Journalisten-Vereinigung (DJV) und der Gewerkschaft ver.di mit der Fachebene des Bundesministeriums der Justiz statt.<\/li>\n<li>Am 3. November 2010 ein Gespr\u00e4ch zwischen der Bundesministerin der Justiz und Vertretern von BDZV (Dr. Christoph Fiedler), VDZ (Helmut Verdenhalven), DJV und ver.di. Als Vertreter des VDZ nahmen auch Vertreter von Hubert Burda Media (Dr. Robert Schweizer) und der Axel Springer AG (Christoph Keese und Dr. Dietrich von Klaeden) teil.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beauftragter f\u00fcr Kultur und Medien (BKM):<\/p>\n<p>Auf die Antworten zu Fragen 2 und 3 wird verwiesen. Erg\u00e4nzend fand am 13. April 2011 ein Gespr\u00e4ch auf Fachebene mit Vertretern der Axel Springer AG (Christoph Keese, Dr. Dietrich von Klaeden) statt.<\/p>\n<p><strong>6. Wann und mit welchen Vertretern der Axel Springer AG, von Hubert Burda Media, des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) oder des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) f\u00fchrte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Gespr\u00e4che in Angelegenheiten des geplanten Leistungsschutzrechts f\u00fcr Presseverlage?<\/strong><\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat am 17. November 2009 auf den Zeitschriftentagen des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), am 19. September 2011 auf dem Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV) sowie am 18. November 2011 wiederum auf den Zeitschriftentagen des VDZ Reden gehalten, in denen sie u. a. auch auf das geplante Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage eingegangen ist. Die Reden sind im Wortlaut abrufbar unter www.bundeskanzlerin.de.<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"tweetbutton5906\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdokumentiert-einflussnahmen-auf-das-geplante-leistungsschutzrecht-fur-presseverlage%2F&amp;text=Dokumentiert%3A%20Einflussnahmen%20auf%20das%20geplante%20Leistungsschutzrecht%20f%C3%BCr%20Presseverlage&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fdokumentiert-einflussnahmen-auf-das-geplante-leistungsschutzrecht-fur-presseverlage%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Petra Sitte, Halina Wawzyniak und die Bundestagsfraktion DIE LINKE haben in einer Kleinen Anfrage nach \u201eEinflussnahmen auf das geplante Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage\u201c (BT-Drs. 17\/11973) gefragt. 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