{"id":6440,"date":"2013-04-29T14:52:12","date_gmt":"2013-04-29T13:52:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=6440"},"modified":"2013-04-29T14:52:12","modified_gmt":"2013-04-29T13:52:12","slug":"piratenzauber-beitrag-zum-freien-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/piratenzauber-beitrag-zum-freien-wissen\/","title":{"rendered":"&#8222;Piratenzauber&#8220;: Beitrag zum freien Wissen"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem Buch &#8222;Piratenzauber&#8220;, das wir <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/neuerscheinung-piratenzauber-uber-eine-gesellschaft-die-freibeuter-hervorbringt\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> bereits vorgestellt haben, dokumentieren wir einen\u00a0Essay von Tobias Schulze unter dem Titel:<\/p>\n<h3>Freies Wissen \u2013 die praktische Entknappung einer Ressource<\/h3>\n<p>&#8222;Wissen, hier im weitesten Sinne verstanden \u2013 von Information und Daten bis zu Kreativg\u00fctern und Kunstwerken, ist eine \u00f6konomische, politische und kulturelle Ressource. Als Werkst\u00fcck \u2013 Buch, Bild, Text, Tontr\u00e4ger \u2013 wurde es vergesellschaftet und zum Handelsgut formiert. Die Digitalisierung, insbesondere die Vernetzung, trennt Wissen von dieser k\u00f6rperlichen Erscheinung eines einzelnen Werkst\u00fccks ab und macht es zu einem fl\u00fcssigen Gut. Der beliebte Vergleich mit Leitungswasser hinkt jedoch, denn Wissen ist noch weniger als Wasser einzuhegen und in feste Bahnen zu lenken. Es widerstrebt der Kommodifizierung. Wissen als Eigentum war schon immer schwer vorstellbar. <!--more-->\u00a0In Zeiten des Internets wird es zur Zahnpasta, die niemand wieder in die Tube bekommt. Diese Eigenschaft steht in scharfem Konflikt zur zunehmenden \u00f6konomischen und politischen Bedeutung von Wissen im renditefixierten, privatkapitalistischen Gesellschaftsmodell. Die globale Arbeitsteilung h\u00e4lt insbesondere f\u00fcr die ehemaligen westlichen Industrie\u00f6konomien die Rolle von Wissens- und Innovationsinduktoren bereit. Zudem ver\u00e4ndern sich die Konsumanspr\u00fcche in den wohlhabenderen Schichten und Regionen. Soziale Medien, Kommunikationstechnologien und wissensintensive Dienstleistungen erreichen einen Aufschwung und hohe Profite. Die Produktion weniger forschungsintensiver G\u00fcter und Teile wird mangels Renditeaussicht in sogenannte Niedriglohnstandorte verlegt.<\/p>\n<p>Der Diskurs um die Befreiung von Wissen auf digitaler Grundlage wird seit langer Zeit ausgefochten und begann deutlich vor dem Aufschwung der Piraten. Die Entstehung der Partei ist eher ein Symptom von Schlie\u00dfungsprozessen nach einer kurzen Zeit libert\u00e4rer oder gar anarchistischer Kreativit\u00e4t im Internet als der Neuaufbruch in die Realisierung einer Utopie. Michael Paetau macht in diesem Band \u00fcberzeugend deutlich, dass traditionelle linke Enteignungs- und Verstaatlichungsphantasien kein ad\u00e4quates Mittel gegen die Kommodifizierungsprozesse von Wissen sein k\u00f6nnen. Denn gegen privates Eigentum an Wissen hilft kein staatliches Eigentum. Die Prozesse zu seiner Vergesellschaftung basieren vielmehr auf der inneren Ver\u00e4nderung von Zug\u00e4ngen, Plattformen und Nutzungsrechten. So sehr jedoch hergebrachte Verknappungsstrategien etwa bei Musikdateien scheitern, so wenig ist eine politische \u00d6konomie freien Wissens bisher umrissen. Es verwundert daher nicht, dass die am weiteserstritten werden, ist in vielen Bereichen auch die weitere Inbesitznahme bisher freien Wissens unter privates Eigentumsrecht umk\u00e4mpft. Dazu geh\u00f6ren etwa die Versch\u00e4rfung des Urheberrechts, die Patentierung nat\u00fcrlicher Ressourcen und Prozesse sowie die private Aneignung des kulturellen Erbes durch private Unternehmen, wie etwa ein z\u00e4hes Ringen um die Digitalisierung von Bibliotheksbest\u00e4nden und Filmarchiven zeigt. Diesen K\u00e4mpfen gemeinsam sind die Ziele eines egalit\u00e4ren Zuganges zu Ressourcen sowie die Organisation der kollektiven Pflege und Erhaltung dieser Ressourcen. In diesem Text sollen jedoch nicht Abwehrk\u00e4mpfe gegen die Schlie\u00dfung, sondern vor allem konkrete Beispiele der \u00d6ffnung von Wissensressourcen vorgestellt werden.ten fortgeschrittenen Konzepte von \u00bbOpeness\u00ab im steuerfinanzierten \u00f6ffentlichen Sektor umgesetzt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Weiter lesen im <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/uploads\/Piratenzauber_Schulze.pdf\">pdf<\/a>.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton6440\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fpiratenzauber-beitrag-zum-freien-wissen%2F&amp;text=%26%238222%3BPiratenzauber%26%238220%3B%3A%20Beitrag%20zum%20freien%20Wissen&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fpiratenzauber-beitrag-zum-freien-wissen%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Buch &#8222;Piratenzauber&#8220;, das wir hier bereits vorgestellt haben, dokumentieren wir einen\u00a0Essay von Tobias Schulze unter dem Titel: Freies Wissen \u2013 die praktische Entknappung einer Ressource &#8222;Wissen, hier im weitesten Sinne verstanden \u2013 von Information und Daten bis zu Kreativg\u00fctern und Kunstwerken, ist eine \u00f6konomische, politische und kulturelle Ressource. 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