{"id":665,"date":"2009-10-06T15:11:27","date_gmt":"2009-10-06T13:11:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=665"},"modified":"2009-10-06T15:11:27","modified_gmt":"2009-10-06T13:11:27","slug":"%e2%80%9eblog-und-twittern-gehoren-irgendwie-zu-mir-%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/%e2%80%9eblog-und-twittern-gehoren-irgendwie-zu-mir-%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"\u201eBlog und twittern geh\u00f6ren irgendwie zu mir.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Mit Arsch in der Hose in den Bundestag&#8220; war auf ihren Plakaten im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg zu lesen. \u00dcber die Berliner <a href=\"http:\/\/www.die-linke-berlin.de\/nc\/wahlen\/bt_2009\/\" target=\"_blank\">Landesliste<\/a> der LINKEN zog Halina Wawzyniak, <a href=\"http:\/\/wawzyniak.de\" target=\"_blank\">bloggende<\/a> Juristin und <a href=\"http:\/\/twitter.com\/Halina_Waw\" target=\"_blank\">twitternde<\/a> Parteivize, \u00fcberraschend in das Parlament ein. Wir stellen ihr Fragen zu Web 2.0 im Wahlkampf und den Herausforderungen f\u00fcr B\u00fcrger- und Freiheitsrechte im Internet.<!--more--><\/p>\n<p><em>Frau Wawzyniak, erstmal herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum Einzug in den Bundestag. Sie bloggen, twittern und haben das Web 2.0 ganz offensiv im Wahlkampf eingesetzt. Hat es genutzt?<\/em><\/p>\n<p>Leider gibt es diesbez\u00fcglich wenig Untersuchungen. Aber meine pers\u00f6nliche Erfahrung zeigt mir, dass \u00fcber das Web 2.0 ganz neue W\u00e4hlerInnen-Schichten erreicht werden konnten. Menschen, die der LINKEN eher skeptisch gegen\u00fcberstanden, haben sich gemeldet und nachgefragt oder Kommentare abgegeben.<\/p>\n<p><em>Machen Eigeninitiativen wie gut besuchte Blogs gro\u00dfe Plattformen wie abgeordnetenwatch.de \u00fcberfl\u00fcssig?<\/em><\/p>\n<p>Ich denke nicht. Beim Blog \u2013\u00e4hnlich auch bei twitter- k\u00f6nnen\u00a0 die Themen selbst gesetzt werden und es wird das diskutiert, was einem oder einer selbst gef\u00e4llt. Bei abgeordnetenwatch.de muss reagiert werden auf das, was B\u00fcrgerInnen bewegt.<\/p>\n<p><em>In Ihren Blog wawzyniak.de geben Sie auch Einblick in Ihr privates Leben. Wie waren die Reaktionen darauf &#8211; jetzt im Wahlkampf mit wahrscheinlich hohen Zugriffszahlen?<\/em><\/p>\n<p>Na das richtig Private poste ich nat\u00fcrlich nicht. Aber es wird schon honoriert, wenn ich nicht nur politische Themen kommuniziere. Letztendlich geht es mir darum zu zeigen, dass Politik nur ein Teil meines Lebens ist und es deutlich mehr als Politik gibt.<\/p>\n<p><em>Web 2.0 hei\u00dft ja vor allem mehrdirektionale Kommunikation. Kamen Sie \u00fcber Blog und Twitter in den direkten Austausch mit W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern? <\/em><\/p>\n<p>Beim Blog gibt es ja die Kommentarfunktion und wenn ich darauf reagiere, komme ich durchaus in direkten Kontakt. Dar\u00fcber hinaus bietet sich die M\u00f6glichkeit, dass Interessierte auch auf private Mails umsteigen k\u00f6nnen, wenn es ein ganz spezielles Problem gibt, welches nicht unbedingt \u00f6ffentlich gekl\u00e4rt werden sollte.<\/p>\n<p>Auch bei twitter gibt es die M\u00f6glichkeit der direkten Kommunikation \u2013 und sie wird heftig genutzt.<\/p>\n<p><em>Wahrscheinlich jeder politische Blog hat mit Spamangriffen und beschimpfenden Kommentaren zu k\u00e4mpfen. Wie gingen Sie und Ihr Team damit um? <\/em><\/p>\n<p>Ich habe weitgehend alles ver\u00f6ffentlicht. Meist ist es so, dass der oder die beschimpfenden KommentatorInnen f\u00fcr sich selbst sprechen \u2013 im Regelfall nicht zum eigenen Vorteil.<\/p>\n<p><em>Konnten Sie sich mit Ihren Webaktivit\u00e4ten von Ihren GegenkandidatInnen absetzen? Immerhin war mit Bj\u00f6rn B\u00f6hning ein SPD-Netzaktivist darunter.<\/em><\/p>\n<p>Bj\u00f6rn hat das Internet \u2013soweit ich das nachvollziehen konnte- auch intensiv genutzt. Der Unterschied war hier wohl eher im Hinblick auf die \u00e4ltere Generation zu sehen.<\/p>\n<p><em>Wollen Sie Ihre Netzaktivit\u00e4ten auch als Abgeordnete weiterf\u00fchren und im Austausch mit W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern bleiben?<\/em><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich. Ich will gern weiter twittern und meinen Blog betreiben. Blog und twittern geh\u00f6ren irgendwie zu mir.<\/p>\n<p><em>Sie haben sich in der Vergangenheit f\u00fcr B\u00fcrger- und Freiheitsrechte stark gemacht. Wo sehen Sie Ihre Bet\u00e4tigungsfelder als Mitglied des Bundestages?<\/em><\/p>\n<p>Ich habe im Vorfeld \u2013als ich dachte ich komme nicht rein- immer gesagt, ich m\u00f6chte in den Rechtsausschuss. Dazu stehe ich auch jetzt. Der Rechtsausschuss bietet die M\u00f6glichkeit sich sowohl f\u00fcr B\u00fcrger- und Freiheitsrechte einzusetzen als auch darauf zu achten, dass die soziale Balance in der Gesellschaft gewahrt bleibt.<\/p>\n<p><em>In der kommenden Legislaturperiode werden Entscheidungen zur Reform des Urheberrechts in der digitalen Welt anstehen. Von den fast anarchistischen Positionen der Piratenpartei bis zur FDP, die sich mal als \u201ePartei des Geistigen Eigentums\u201c bezeichnet hat, erklingt bereits jetzt ein vielstimmiges Konzert der Meinungen. In welche Richtung sollte die Debatte aus Ihrer Sicht gehen?<\/em><\/p>\n<p>Auch wenn das jetzt etwas abgedroschen klingt, ich finde es sollte einen fairen Ausgleich zwischen UrheberInnen und NutzerInnen geben. Die Informationen im Netz sollten abrufbar sein, auch wenn man oder frau keinen dicken Geldbeutel hat. Andererseits m\u00fcssen UrheberInnen auch von ihren Ideen leben k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde gern die Kulturflatrate als ein Mittel des Ausgleiches etablieren.<\/p>\n<p><em>Das gro\u00dfe Netzthema des letzten Jahres waren die Internetsperren der \u201eZensursula\u201c von der Leyen. Erwarten Sie hier Besserung von der FDP?<\/em><\/p>\n<p>Die FDP hat im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen den Mund ziemlich voll genommen. Ich bin gespannt, wie es am Ende der Verhandlungen aussieht. Vielleicht setzt die FDP die CDU aber in B\u00fcrgerrechtsfragen deutlicher unter Druck als die SPD. Insofern stirbt die Hoffnung zuletzt. Die FDP wird auf der anderen Seite allerdings sozialpolitisch richtig problematisch.<\/p>\n<p><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und viel Erfolg in Ihrer Arbeit!<\/em><\/p>\n<div id=\"tweetbutton665\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2F%25e2%2580%259eblog-und-twittern-gehoren-irgendwie-zu-mir-%25e2%2580%259c%2F&amp;text=%E2%80%9EBlog%20und%20twittern%20geh%C3%B6ren%20irgendwie%20zu%20mir.%E2%80%9C&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2F%25e2%2580%259eblog-und-twittern-gehoren-irgendwie-zu-mir-%25e2%2580%259c%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Mit Arsch in der Hose in den Bundestag&#8220; war auf ihren Plakaten im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg zu lesen. \u00dcber die Berliner Landesliste der LINKEN zog Halina Wawzyniak, bloggende Juristin und twitternde Parteivize, \u00fcberraschend in das Parlament ein. 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