{"id":842,"date":"2009-11-03T10:59:41","date_gmt":"2009-11-03T08:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=842"},"modified":"2009-11-03T10:59:41","modified_gmt":"2009-11-03T08:59:41","slug":"vom-analogen-free-tv-zum-digitalen-pay-tv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/vom-analogen-free-tv-zum-digitalen-pay-tv\/","title":{"rendered":"Vom analogen Free-TV zum digitalen Pay-TV"},"content":{"rendered":"<p>Es wird immer klarer: der Werbemarkt allein reicht nicht, um das klassische kommerzielle Fernsehen zu finanzieren. Und so suchen die Medienkonzerne f\u00fcr ihre Sender nach neuen Einnahmequellen. Erst letzte Woche erkl\u00e4rte der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1, neue Pay-Kan\u00e4le zu entwickeln. Im <!--more-->Fr\u00fchjahr erkl\u00e4rte die RTL-Gruppe, bei der Umstellung auf den digitalen terrestrischen Empfang DVB-T die eigenen Programme nur noch verschl\u00fcsselt auszustrahlen. Anfang September gaben die beiden Senderfamilien RTL und Pro Sieben Sat.1, ab Herbst mit der Ausstrahlung von HD-Programmen (High Definition) zu beginnen, die \u00fcber die neue Astra-Plattform HD+ nur verschl\u00fcsselt zum Zuschauer gelangen sollen. Seit 1. November senden RTL und VOX in HD+. Und schon gibt es die ersten Beschwerden. Dabei geht es nicht nur <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_845994.html\">technische Probleme<\/a>. F\u00fcr Aufruhr sorgt vor allem, dass man Werbung nicht mehr \u00fcberspringen kann und zudem mit Kopierschutz \u2013 der die technischen Probleme verursacht &#8211;\u00a0 gesendet wird. F\u00fcr den VPRT-Chef J\u00fcrgen Doetz <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_846858.html\">ist klar<\/a>, dass in Zukunft nicht anders gesendet werden kann:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn der Verbraucher die Werbung nicht mehr akzeptiert, muss er konsequenterweise auf das Programmangebot verzichten oder eben daf\u00fcr bezahlen\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und J\u00fcrgen Doetz geht noch weiter. F\u00fcr ihn war es ein Fehler, die TV-Sender wie bei der analogen \u00dcbertragung unverschl\u00fcsselt auszustrahlen. Es bed\u00fcrfte einer Infrastruktur, die in der Lage ist, zu adressieren. Schlie\u00dflich brauche man angesichts einbrechender Werbeeinnahmen vor allem Kundenkontakte \u2013 also auch Kundenprofile &#8211; , um weitere Einnahmen zu generieren.<\/p>\n<p>Die Settop-Box kostet ca. 150 Euro, die Monatsgeb\u00fchr f\u00fcr die CI-Plus-Smartcard soll nach einer kostenlosen Einstiegsphase bei 5 Euro liegen. Doch nicht alle bisher verkauften Boxen k\u00f6nnen HD+Programme empfangen. Dadurch wird jeder Interessent verunsichert. Was soll man denn nun kaufen? Welcher Standard wird sich durchsetzen? Es scheint, als w\u00fcrden immer neue Ideen auf den Markt geworfen, um die Verbraucher mit den neuen Angeboten allein und exklusiv an sich zu binden, um neuen Konkurrenten keine Chance zu geben, alte Konkurrenten aus dem Markt zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Dabei gibt es dieses Jahr einen Boom beim Verkauf von HDTV-Fernsehern und damit die Chance, neue, einheitliche Standards zu setzen. Dieses Jahr werden ca. 8 Mio. Ger\u00e4te verkauft, bis Jahresende werden 19 Millionen HDTV-Fernseher in deutschen Haushalten stehen. 4,7 Millionen HDTV-Fernseher werden dann auch <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/834768?inPopup=true\">HD-Programme<\/a> empfangen k\u00f6nnen. Doch damit ist Deutschland noch lange nicht auf dem auf dem Weg, andere europ\u00e4ische L\u00e4nder einzuholen.<\/p>\n<p>In Deutschland k\u00f6nnen zwar \u00fcber 20 % der Kabel-Haushalte und \u00fcber zwei Drittel der Satellitenhaushalte digitales Fernsehen empfangen. Doch damit liegt Deutschland bei der TV-Digitalisierung mit 55 % der Haushalte nur leicht \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt. So haben Italien und Gro\u00dfbritannien schon voll auf digitalen Satellitenempfang umgestellt, in Spanien liegt man bei 90 % in Frankreich bei \u00fcber 80 % Marktanteil.<\/p>\n<p>Ginge es allein um technische Innovationen, w\u00e4re f\u00fcr Industrie, Sender und Zuschauer zudem ein anderes Signal viel wichtiger: Das rasche Ende der analogen TV-\u00c4ra, das urspr\u00fcnglich im n\u00e4chsten Jahr erfolgen sollte. Kan\u00e4le w\u00fcrden so f\u00fcr die \u00dcbertragung von mehr Digitalprogrammen oder bzw. f\u00fcr die \u00dcbertragung im h\u00f6herwertigen HD-Format frei. Vor zwei Jahren hie\u00df es noch, dass ab 2010 \u00fcber Satellit nur noch digitale Programme ausgestrahlt werden sollen. Letztes Jahr brachte die ARD mit dem ZDF 2011 ins Gespr\u00e4ch, nunmehr sind wir bei Fr\u00fchjahr 2012 angekommen. Dies kommt die Sender wie auch die Geb\u00fchrenzahler teuer zu stehen. Schlie\u00dflich m\u00fcssen sie ihre Programme digital und analog ausstrahlen. \u00dcber Satellit l\u00e4uft dies schon seit 1997 \u2013 also seit 12 Jahren \u2013 so.<\/p>\n<p>Doch beim schnellen Umstieg macht die Politik vorerst nicht mit. \u201eDie Deutschen m\u00fcssen erst den Abschied von der Gl\u00fchbirne verkraften, bevor man ihnen das Ende des analogen Fernsehens zumuten kann\u201c, sagte Kanzlerin Angela Merkel zur IFA-Er\u00f6ffnung. Nun, so kann man es auch begr\u00fcnden, wenn man sehen will, wer im freien Spiel der Marktkr\u00e4fte gewinnt. Doch wenn sich die deutschen Unternehmen von den Sendern (\u00f6ffentlich-rechtlich wie privat), \u00fcber die Ger\u00e4tehersteller, Kabelnetz-\u00a0 und Plattformbetreiber nicht auf einheitliche Standards einigen, dann werden sie im Wettbewerb bald nicht mehr mithalten k\u00f6nnen. Dann setzen andere, wie zum Beispiel GOOGLE, mit ihren Angeboten den Standard. Schlie\u00dflich hat man gen\u00fcgend Geld wie auch ein Gesch\u00e4ftsmodell, um \u00fcber vorerst kostenlose Angebote einen Markt zu erobern und eigene Standards zu setzen.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton842\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fvom-analogen-free-tv-zum-digitalen-pay-tv%2F&amp;text=Vom%20analogen%20Free-TV%20zum%20digitalen%20Pay-TV&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fvom-analogen-free-tv-zum-digitalen-pay-tv%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird immer klarer: der Werbemarkt allein reicht nicht, um das klassische kommerzielle Fernsehen zu finanzieren. 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