{"id":844,"date":"2009-11-03T12:09:04","date_gmt":"2009-11-03T10:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/?p=844"},"modified":"2010-01-05T16:20:22","modified_gmt":"2010-01-05T15:20:22","slug":"googlebooksettlement-jetzt-auch-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/googlebooksettlement-jetzt-auch-in-deutschland\/","title":{"rendered":"GoogleBookSettlement jetzt auch in Deutschland&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;k\u00f6nnte man zumindest bei der Analyse\u00a0der Einzelheiten der neuen Verg\u00fctungsvereinbarung f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.europeana.eu\" target=\"_blank\">Europeana <\/a>denken. <a href=\"http:\/\/www.mynetcologne.de\/~nc-braunil3\/index.htm\" target=\"_blank\">Ilja Braun\u00a0<\/a>, Journalist und Autor u.a. bei <a href=\"http:\/\/www.iRights.info\" target=\"_blank\">iRights.info<\/a>, hatte\u00a0ausgerechnet im Springerblatt WELT die M\u00f6glichkeit, ein bisschen Druck aus dem Kessel der Debatte um vermeintliche Enteignung von Verlagen und Autorinnen und Autoren zu nehmen. Die\u00a0erste \u00dcberschrift <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/kultur\/article5001009\/Froehlicher-Sozialismus.html\" target=\"_blank\">&#8222;Fr\u00f6hlicher Sozialismus&#8220;<\/a>\u00a0musste allerdings f\u00fcr die zweite <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/article5004877\/Literatur-kann-man-gut-ohne-Google-digitalisieren.html\">Onlinever\u00f6ffentlichung<\/a>\u00a0des Textes einem Anti-Google-Spruch weichen&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Trotzdem l\u00e4sst die gefundene\u00a0Vereinbarung f\u00fcr verwaiste Werke aufhorchen: je nach Alter des zu scannenden Werks wird von Seiten der Bibliotheken ein &#8222;Freistellungsbetrag&#8220; an die VG Wort gezahlt.\u00a0Damit f\u00fcllt diese eine Kasse, aus der Autorinnen und Autoren entsch\u00e4digt werden, falls sie doch noch auftauchen sollten. Das Problem ist, das diese sich nicht an die Abmachungen halten m\u00fcssen&#8230;falls sie jemals Kenntnis davon erhalten. Zudem soll diese Kasse, wenn sie in einem bestimmten Zeitraum nicht ben\u00f6tigt wird, an die bei der VG Wort registrierten Autorinnen und Autoren bzw. Verlage ausgesch\u00fcttet werden. Im Klartext:\u00a0diese verdienen in dem Fall an Werken,\u00a0an denen sie keinerlei\u00a0produktiven Anteil haben. Kein Wunder, dass der B\u00f6rsenverein des deutschen Buchhandels diese Regelung bef\u00fcrwortet.<\/p>\n<p>Aber welchen Vorteil haben die Bibliotheken, die ebenfalls an der Vereibarung beteiligt sind? Sie m\u00fcssen f\u00fcr das Digitalisieren bezahlen und\u00a0besitzen trotzdem keine Rechtssicherheit. An dieser Stelle zeigt sich der\u00a0Realit\u00e4tsbezug der Googleschen Aggressivstrategie: anders als durch\u00a0das schlichte Handeln ist gar nicht zu ermitteln, welche Werke verwaist sind und auf welche\u00a0noch Anspr\u00fcche bestehen. \u00a0<\/p>\n<p>Leider haben solche Kuhhandel zwischen Verlagen und Bibliotheken bereits eine ungute\u00a0<a href=\"http:\/\/www.urheberrechtsbuendnis.de\/pressemitteilung0207.html\" target=\"_blank\">Tradition<\/a>. Es ist zu vermuten, dass man damit einer europ\u00e4ischen oder auch nationalen Regelung in Gesetzesform zuvor kommen wollte. Da sowohl die <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/eu-kommission-will-das-urheberrecht-uberarbeiten\/\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a>\u00a0als auch die neue <a href=\"http:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/koalitionsvertrag-vom-uneingelosten-freiheitsanspruch-des-internet\/\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a>\u00a0in\u00a0naher Zukunft \u00dcberarbeitungen des Urheberrechts in Erw\u00e4gung ziehen, scheint die Branche N\u00e4gel mit K\u00f6pfen machen zu wollen. Die Realit\u00e4t wird wohl der gr\u00f6\u00dfte Feind dieser Vereinbarungen sein: f\u00fcr die Bibliotheken gibt es kaum Anreize, ihre Best\u00e4nde f\u00fcr eine Digitalisierung\u00a0zur Verf\u00fcgung zu stellen. Der einzige Ausweg aus dem Dilemma verwaister Werke ist eine klare und handhabare Schrankenregelung im Sinne der Nutzbarkeit von Werken f\u00fcr Bildung, Kultur und Wissenschaft (wie das Aktionsb\u00fcndnis &#8222;Urheberrecht f\u00fcr Bildung und Wissenschaft&#8220; bereits 2007 <a href=\"http:\/\/www.urheberrechtsbuendnis.de\/docs\/verwaisteWerke.pdf\" target=\"_blank\">vorgeschlagen<\/a> hat). Den \u00f6ffentlichen Bibliotheken, auch der Europeana, w\u00e4re mit Rechtssicherheit viel geholfen. Und der Einfluss von Google, wenn man es denn wichtig findet, ein St\u00fcck zur\u00fcck gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<div id=\"tweetbutton844\" class=\"tw_button\" style=\"float:right;margin-left:10px;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgooglebooksettlement-jetzt-auch-in-deutschland%2F&amp;text=GoogleBookSettlement%20jetzt%20auch%20in%20Deutschland%26%238230%3B&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=https%3A%2F%2Fblog.die-linke.de%2Fdigitalelinke%2Fgooglebooksettlement-jetzt-auch-in-deutschland%2F\" class=\"twitter-share-button\"  style=\"width:55px;height:22px;background:transparent url('https:\/\/blog.die-linke.de\/digitalelinke\/wp-content\/plugins\/wp-tweet-button\/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;\">Tweet<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;k\u00f6nnte man zumindest bei der Analyse\u00a0der Einzelheiten der neuen Verg\u00fctungsvereinbarung f\u00fcr die Europeana denken. 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