DIGITALE LINKE
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ver.di vs. telepolis

Peter Mühlbauer berichtet auf telepolis über eine Initiative von Autorinnen und Autoren , die sich zusammengeschlossen haben, um Geld für eine Klage gegen die VG WORT zu sammeln. Dabei zitiert er aus einem Interview von Alexander Wragge mit Martin Vogel, das kürzlich bei iRights.info erschienen ist. Dies wiederum missfällt nun der Deutschen Journalistenunion (dju) in der Gewerkschaft ver.di. In einem Schreiben, das „Digitale Linke“ vorliegt, verlangt die dju-Bundesgeschäftsführerin von der Telepolis-Redaktion, „die fraglichen Stellen zu korrigieren oder den Artikel ganz aus dem Netz zu nehmen“ – und droht rechtliche Schritte an.

Vogel hatte in dem Interview der Gewerkschaft ver.di vorgeworfen, ihr eigenes Verhalten in der Debatte um Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft mit einer „Desinformation ihrer Mitglieder“ zu bemänteln. Dabei sei sie, so zitiert Mühlbauer den bekannten Urheberrechtler indirekt, „laut Martin Vogel sogar maßgeblich dafür mit verantwortlich, dass die VG Wort überhaupt zum Schaden der Autoren pauschal an Verlage ausschüttet.“

Telepolis habe keinerlei Anstrengungen unternommen, die Aussagen von Herrn Vogel zu verifizieren, kritisiert dju-Geschäftsführerin Cornelia Haß in ihrem Schreiben. Was Vogel da sage, sei „schlicht falsch und darf so nicht unwidersprochen behauptet werden.“

Am Dienstagnachmittag setzt die dju dem Netzmagazin eine Frist von zwei Stunden, innerhalb derer der Text geändert oder gelöscht werden soll. Andernfalls sehe man sich gezwungen, „rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung einzuleiten“.

Statt der Originalzitate findet sich auf der entsprechenden Seite nun der Text:

Die hier aus dem Interview mit iRights.info wiedergegebenen Behauptungen von Martin Vogel über Verdi wurden auf Betreiben der Gewerkschaft (die sie zurückweist) herausgenommen.

Für die dju sei die Sache damit erledigt, erklärte Cornelia Haß gegenüber „Digitale Linke“. Aber natürlich wolle man als Gewerkschaft nicht, „dass falsche Tatsachenbehauptungen über uns in die Welt gesetzt werden. Dagegen können wir uns im selben rechtlichen Rahmen wehren wie jede andere Organisation, Partei oder natürliche Person ebenfalls.“ Deshalb sei es „schön, dass der Heise-Verlag die strittige Veröffentlichung schon im Vorfeld einer juristischen Auseinandersetzung aus dem Netz genommen hat.“ Das Interview ist allerdings nach wie vor bei iRights.info nachzulesen.

2 Kommentare zu “ver.di vs. telepolis”

  1. […] iRights.info-Interview mit dem Urheberrechtler Martin Vogel zitiert wird. Wie Ilja Braun im Blog Digitale Linke berichtet, verlangte die dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß von der Telepolis-Redaktion, fragliche […]

  2. […] iRights.info-Interview mit dem Urheberrechtler Martin Vogel zitiert wird. Wie Ilja Braun im Blog Digitale Linke berichtet, verlangte die dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß (auch wenn es naheliegt — keine […]

 

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