DIGITALE LINKE
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Heveling: „Stärken wir die Verwerter, stärken wir auch die Urheber“

Am Montag, den 29.11. 2010, findet im Rahmen der Enquetekommission Internet und Digitale Gesellschaft eine Anhörung zum Thema Urheberrecht statt. Der CDU-Politiker Ansgar Heveling ist nicht nur Mitglied dieser Enquetekommission, sondern auch Berichterstatter seiner Fraktion für das Thema Urheberrecht. Auf dem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Berlin-Brandenburg, veranstalteten Kongress Homer 3.0 hat er kürzlich klargestellt: Eine grundsätzliche Reform des Urheberrechts ist nicht nötig. In der digitalen Gesellschaft muss gelten, was auch in der analogen Welt gilt. Leider haben Hevelings Ausführungen bislang nicht die Beachtung gefunden, die sie verdient hätten, weshalb die Digitale Linke seine Rede hier dokumentiert.

„Schutzvater Staat – was kann, was muss der Gesetzgeber regeln?“, lautete der Titel von Hevelings am 4. November in Berlin vorgetragenen Überlegungen, die er mit ein paar Seitenhieben auf die Autorin Helene Hegemann einleitete, die kürzlich im Mittelpunkt einer Plagiatsdiskussion gestanden hatte. Hegemann sei eine „Intertextualitäts-Handwerkerin“, bei der er, Heveling, sich frage, „ob ich das Wort ‚Autor‘ nicht vielleicht doch in Anführungsstriche setzen muss“. Von Leuten wie Hegemann werde „mal eben schnell unsere Rechtsordnung auf den Kopf gestellt.“ Sie träume offenbar von einer Welt, „in der die Fesseln des Urheberrechts gesprengt sind.“ So nahtlos könne der Übergang vom Opfer zum Täter sein.

 „Für uns bleibt der Urheber Dreh- und Angelpunkt des Urheberrechts. Er steht im Mittelpunkt“, erklärte Heveling. „Stärken wir die Verwerter, stärken wir letztlich auch die Urheber.“ Dies sei nicht ganz unkompliziert, „aber letztendlich können die Urheber nicht ohne Verlage und die Verlage nicht ohne Urheber.“ Diese Symbiose sei „für alle gut“.

Als Mitglied der Enquetekomission Internet und Digitale Gesellschaft beschäftige er, Heveling, sich „eingehend“ mit den Auswirkungen der Digitalisierung. „Einige Politiker, zum Beispiel von den Grünen, fordern bereits eine Neuausrichtung des Urheberrechts.“ Er, Heveling, glaube jedoch, dass Autoren nach wie vor auf Verleger als Werkmittler angewiesen seien. Er richte deshalb einen Appell an die Autorenschaft, „sich gemeinsam mit den Verlegern für ein starkes Urheberrecht einzusetzen.“

Der CDU-Politiker äußerte sich auch zu der Diskussion um ein Zweitverwertungsrecht für wissenschaftliche Aufsätze. Die Allianz deutscher Wissenschaftsorganisationen fordere, dass urheberrechtlich geschützte Werke nach einer gewissen Frist gemeinfrei werden sollten. Die Wissenschaftsallianz wolle „allen Wissenschaftlern faktisch vorschreiben, wie und wo die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht werden sollen.“ Dies sei unvereinbar mit dem Urheberpersönlichkeitsrecht. Das Denken der Allianz sei offenbar allein von Geldknappheit geleitet. Schließlich sei der Urheber keineswegs gehindert, „sein Werk von sich aus frei zur Verfügung zu stellen“. Trotzdem entschieden die Urheber sich in der Regel bewusst „gegen die Verramschung in einem billigen Open-Access-Journal“. Die Rechtspolitiker in der Union hätten da eine klare Position, so Heveling.

Fazit: „In einer digitalen Gesellschaft muss umso mehr gelten, was in der analogen Welt gilt“. Die Gesellschaft brauche „einen klaren Ordnungsrahmen“. Diesen Ordnungsrahmen gebe das Urheberrecht vor. Es werde auch zukünftig diesen Ordnungsrahmen geben.

Die ganze Rede kann hier nachgehört werden.

Ein Kommentar zu “Heveling: „Stärken wir die Verwerter, stärken wir auch die Urheber“”

  1. […] die “Kultur und Wertschöpfungsketten zerstören” wollen. Bereits im November sprach Heveling von der “Verramschung” wissenschaftlicher Publikationen “in einem […]

 

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