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Leistungsschutzrecht als Extraprofit

Die Axel Springer AG und ihr Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner gelten als vehemente Verfechter des umstrittenen Leistungsschutzrecht für Presseverlage, über dessen Ausgestaltung – wir berichteten – Zeitungsverleger und Journalistengewerkschaften gegenwärtig verhandeln. In ihrer Begründung für eine grundsätzliche Unterstützung des Leistungsschutzrecht hatten sich DJV und ver.di auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Branche bezogen: Die negative Ertragsentwicklung habe strukturelle Ursachen, die Kostenlosmentalität im Netz verhindere, mit elektronischen Angeboten Einnahmen zu generieren, hieß es. Nun hat Springer Zahlen für das erste Quartal 2010 vorgelegt.

Laut FAZ (Printfassung vom 12. Mai) stiegen die Vertriebserlöse des Konzerns in den ersten drei Monaten des Jahres um fast 4 Prozent auf 278,3 Mio. Euro, zogen die Werbeerlöse im selben Zeitraum um 12 Prozent auf 299 Mio. Euro an und kletterte der Konzernumsatz insgesamt um 7 Prozent auf 664 Mio. Euro. Vorstandsvorsitzender Döpfner wird von der Zeitung mit den Worten wiedergegeben: „Die digitalen Medien bleiben der entscheidende Wachstumsmotor“.

Stefan Winterbauer hat sich auf Meedia die Zahlen des Digitalgeschäfts von Springer näher angeschaut und bilanziert:

Mit 160 Mio. Euro erbrachte die Digitalsparte im ersten Quartal den zweitgrößten Umsatzbeitrag im Konzern nach den heimischen Printmedien. Mit berücksichtigt sind dabei die erstmaligen Konsolidierungen der Zukäufe Stepstone, Digital Window und Perfiliate. Aber auch die inhaltlich getriebenen Portale hätten ihre Umsätze um 8,4 Prozent steigern können. Die Erlöse auf Online-Werbung kletterten um über 47 Prozent auf 113,5 Mio. Euro. Der operative Gewinn legte von knapp sieben auf über 13 Mio. Euro zu. Springer verdient gutes Geld im Internet. Ganz ohne Leistungsschutz.

Eine Leistungsschutzrecht für die Presse wäre folglich ein satter Extraprofit.

Ein Kommentar zu “Leistungsschutzrecht als Extraprofit”

  1. […] Zugeständnisse folgt. Für den Axel Springer Verlag, der aktuell satte Gewinne schreibt (siehe hier), wäre das eine Win-win-Situation – sozusagen eine […]

 

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