DIGITALE LINKE
– Politik in der digitalen Welt! –

Archiv für die Kategorie ‘Creative Commons’

Presse: Open Platform-Strategie als Alternative zum Leistungsschutzrecht

Die deutschen Presseverleger haben sich bekanntlich in der Imagination, mit ihren Inhalten im Digitalzeitalter zwischen Skylla und Charybdis in Seenot zu geraten, dazu entschieden, die Meerenge nicht zu durchfahren und statt dessen die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht – sprich: eine Urheberechtsverschärfung – zu erheben. In einer Situation, in der sich einerseits Zeitschrifteninhalte im Netz über Bezahlsysteme ganz offenkundig nicht unmittelbar monetarisieren lassen, andererseits monetarisierbare und nicht-monetarisierbare Zugriffe auf ihre entgeltfreien Online-Angebote via Dritte kaum zu kontrollieren sind, wird auf diese Weise eine Lösung zu Lasten Dritter in Form einer Verlegerabgabe auf den Internetzugang angestrebt.

Künftig (wir berichteten) sollen Suchmaschinenbetreiber, Social-Media-Aggregatoren, generell alle Unternehmen, die ihren Angestellten Zugang zum Internet gewähren, sowie Blogger über eine Verwertungsgesellschaft Presse Leistungsschutztantieme für die von den Verlegern aus freien Stücken kostenfrei ins Netz gestellten Angebote abführen. Dass es auch anders gehen kann und einer Sozialisierungsleistung zugunsten der Presseunternehmen nicht bedarf, zeigt nun die britische Tageszeitung The Guardian. > Weiterlesen

Rechteindustrie gegen Youtube – Koalition der Willigen

Die GEMA hat – mal wieder – schwierige Verhandlungen mit Youtube abgebrochen. Jetzt drohen die deutschen Rechteverwerter dem amerikanischen Videoportal mit einer Flut von Löschaufforderungen, denen der Konzern dann nachzukommen hätte.

Die Warnhinweise: “Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfügbar” dürften also noch häufiger am heimischen Rechner anlaufen. Das Ziel dieses Schildes sollte klar sein: “Eigentlich hättest Du es sehen können, aber dann eben doch nicht. Deine mit nationalen Befugbnissen und juristischem Status versehene Verwertungsgesellschaft erlaubt uns/dir das leider nicht”. Der schwarze Peter wird den Urherberrechtsbürokraten zu gespielt. > Weiterlesen

Kein Bündnis von ver.di und Industrie

Die heutige Pressekonferenz, zu der ver.di eingeladen hatte (wir berichteten hier und hier), offenbarte, dass ein neues Bündnis der Dienstleistungsgewerkschaft mit den Arbeitgebern wohl in der eigenen Organisationen keinen Rückhalt hat. Heinrich Bleicher-Nagelsmann, der den kurzfristig abgesprungenen stellvertretenden ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke vertrat, verlas ein Statement, in welchem er eher allgemeine Grundsätze formulierte. Von Forderungen nach Sanktionsverschärfungen bei Urheberrechtsverletzungen distanzierte sich Bleicher-Nagelsmann auf Nachfrage klar: > Weiterlesen

Wer oder was rettet wen oder was?

Wenn Springer-Chef Döpfner in einer amerikanischen Talkshow das iPad und Steve Jobs lobpreist, dann weiß man wie groß die Not des CEO sein muss. Endlich eine Waffe gegen die spätideologisch verwirrten Webkommunisten. Natürlich trägt das Springerblatt Welt dieses Stoßgebet in den deutschen Blätterwald:

Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet. [...] Das iPad startet eine neue Ära.

Die neue Ära besteht wohl darin, dass sich Springer jetzt  mit Apple oder weiteren Anbietern über deren Durchleitungsprovision streiten muss: > Weiterlesen

Deutsche Digitale Bibliothek nur eine leere Hülle?

Während Hendrik Werner in der WELT feststellt, dass Deutschland bei der Digitalisierung des Kulturerbes hinterherhinkt, hat die LINKE Bundestagsfraktion mal nachgefragt, ob das so bleiben soll. In der Antwort auf die Kleine Anfrage “Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek” stellt die Bundesregierung klar, > Weiterlesen

GoogleBookSettlement jetzt auch in Deutschland…

…könnte man zumindest bei der Analyse der Einzelheiten der neuen Vergütungsvereinbarung für die Europeana denken. Ilja Braun , Journalist und Autor u.a. bei iRights.info, hatte ausgerechnet im Springerblatt WELT die Möglichkeit, ein bisschen Druck aus dem Kessel der Debatte um vermeintliche Enteignung von Verlagen und Autorinnen und Autoren zu nehmen. Die erste Überschrift “Fröhlicher Sozialismus” musste allerdings für die zweite Onlineveröffentlichung des Textes einem Anti-Google-Spruch weichen… > Weiterlesen

Open Access auf dem Goldenen Weg

Anlässlich der derzeit stattfindenden internationalen Open Access Week, an der auch in Deutschland diverse Wissenschaftseinrichtungen teilnehmen, haben die deutschen Wissenschaftsorganisatione eine umfassende Publikation (pdf) zu Formen des digitalen Publizierens im Rahmen von Open Access erstellt. Darin werden wichtige Beschlüsse und Texte vorgestellt und die Strategien der einzelnen Organisationen beleuchtet. Open Acces scheint dabei aus dem randständigen Bereich einiger Naturwissenschaften ins Zentrum der Publikationspraxis zu rücken. > Weiterlesen

Die GEMA und die Rechteverwertung im Netz

Die Monopolstellung der GEMA bei der Wahrnehmung der urheberrechtlichen Nutzungsrechte an Musikwerken ist mit einer sozialen und kulturellen Schutz- und Ausgleichsfunktion verknüpft. Wird diese Schutz- und Ausgleichsfunktion ausgehöhlt, entfällt der entscheidende Grund für die rechtliche Sonderstellung eines Systems kollektiver Rechtewahrnehmung. Wie sieht es damit aus bei der europaweiten Verwertung von Musikrechten im Internet? > Weiterlesen

“Wem gehört Wissen?”

“Wem gehört Wissen?” fragte die LINKE Bundestagsfraktion und lud zur Konferenz in die Deutsche Kinemathek ein. Von der Wissenschaft über die Kultur bis zu Internet und Entwicklungshilfe reichten die Themen rund um den Komplex “Wissen und Eigentum”. Die Initiatorin Dr. Petra Sitte, technologiepolitische Sprecherin der Fraktion, sieht die Konferenz als Aufschlag für die weitere Debatte über Eigentum in der Wissensökonomie. Die Fraktion werde sich in der kommenden Legislaturperiode verstärkt in die Debatten der digitalen Welt einbringen. Die vollständige Filmdokumentation der Konferenz gibts zum Download unter www.linksfraktion.de/wissenskonferenz . Und im Open Source-Format .ogv hier.